Kapitel 23
Streitigkeiten
5. Mai 34 DNW (Der Neuen Weltordnung)
„Und so brechen die ersten Kolonisten der Erde auf – hinaus in die dunklen, endlosen Weiten des Alls. Ihrem Ziel, einer angeblich maßgeschneiderten, paradiesgleichen Welt entgegen, die speziell auf ihre Bedürfnisse angepasst worden ist und die sie bereits in wenigen Stunden erreichen werden. Dank der gönnerhaften Herren unseres sagorischen Botschafters.“
Ernesto Grillenwind starrte verbissen auf den Holoschirm, der die sterile Stille seines Büros mit grellen Bildern durchbrach. Der Start des sagorischen Kolonieschiffes lief live. Es war ein triumphaler Moment für die Öffentlichkeit.
Die Stimme der Reporterin von The Voice überschlug sich fast vor patriotischem Pathos. Worte wie ,neuer Anfang‘ oder ,interstellarer Aufbruch der Hoffnung‘ hallten aus den Akustikfeldern. Für Grillenwind waren es bloß Lügen, wiedergekäut von einer ahnungslosen Marionette.
Sie wussten es halt nicht besser. Nicht die Journalistin. Nicht ihre Vorgesetzten. Nicht einmal die Gläubigen – seine Brüder und Schwestern an Bord dieses stählernen Kolosses, die in der Aussicht auf eine bessere Zukunft vor der Verfolgung durch die Republik flohen.
Sie wähnten sich gerettet. Er jedoch kannte die Wahrheit.
Gott selbst hatte sie ihm gezeigt. In einer Vision, so eindrucksvoll und unwiderlegbar wie der letzte Tag der Menschheit. Die ahnungslosen Kolonisten würden sterben. Männer, Fr