: Thekla Wilkening
: Wir bleiben wir Franca und Ed | »Berührend« ELLE online
: Books on Demand
: 9783695149001
: Sway to Stay
: 1
: CHF 8.80
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 186
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Franca liebt Ed doch sie muss ihn verlassen, um sich selbst wiederzufinden. Nur wie? In ihrer WG suchen Isi und Chris nach Selbstbestimmung und dem Sinn des Lebens. Die jungen Eltern, Ada und Ben, versuchen sich ein Leben aufzubauen und merken, wie schwer es ist, den Kreislauf aus Geld, Macht und gesellschaftlichen Erwartungen zu durchbrechen. Als ein unerwartetes Intermezzo alles ins Wanken bringt, stehen sie vor der Frage: Wie bleiben, wer wir sind? Ein Roman, der Hoffnung gibt in Zeiten des Populismus und eine zarte Utopie entwirft, deren Schmerz darin liegt, dass sie wahr sein könnte. Für alle, die mutig in die Zukunft sehen wollen.

Thekla Wilkening, geboren in Potsdam, hinterfragt in ihrer Arbeit den Zeitgeist. Sie bewegt sich zwischen Texten, Textilien und Träumen. Als Mitgründerin der Kleiderei beschäftigt sie sich seit mehr als einem Jahrzehnt mit nachhaltigen Konsum- und Produktionsmustern, Stilfragen und gesellschaftlichem Wandel. Im Jahr 2021 veröffentlichte sie ihr erstes Buch Das Bio-Pizza Dilemma: Der überraschende Wegweiser zu mehr Nachhaltigkeit im Redline Verlag. Wilkening ist FINTA*-politische Sprecherin der Grünen M-V und lebt mit ihrer Familie auf der Insel Hiddensee. Sie schreibt regelmäßig auf ihrem Substack Von Hybris und Weltschmerz, mit publizierten Texten u.a. in Welt, InStyle und VOGUE. WIR BLEIBEN WIR ist ihr literarisches Debüt.

*

Das Fest war bereits in vollem Gange. Ben stand mit Ebert Landau, seinem Schwiegervaterin spe, hinter dem Grill.

„Was ist mit deiner Hand passiert?“, fragte Ben, als ihm auffiel, dass er Ebert noch nie darauf angesprochen hatte.

„Arbeitsunfall an einer Maschine. Ein Teufelsding. Hundertmal schneller als ein Mensch“, entgegnete Ebert.

„Und konntest du dann mit der linken Hand weitermachen?“, fragte Ben.

„Invalide war ich, ein Mann mit einer Hand, nicht mal Kriegsveteran, sondern von so einer scheiß Maschine für Türklinken. Keine Heldengeschichte“, Ebert hatte lange nicht darüber gesprochen und war selbst überrascht von seinen ehrlichen Worten. „Heute sagt man das ja nicht mehr, es heißt jetzt erwerbsunfähig, das klingt netter“, lachte Ebert. „Was für ein Scheiß.“

„Für Ada bist du immer noch ihr Held. Sie zeigt es nicht, aber ich weiß es“, verriet Ben.

„Echt, ich denke sie hält mich für einen alten verwirrten Greis“, lachte Ebert.

„Das auch“, grinste Ben und reichte Ebert sein Bier.

„Na dann“, sagte Ebert feierlich.

Eberts Frau Karin und Bens Mutter Ida sprachen vorbeilaufende Passant:innen an und v