EINS
Vor zwei Tagen war Tamaras Welt zusammengebrochen – nein, sie drehte sich noch, aber sie hatte eine Unwucht bekommen, eine gehörige Unwucht. Durch die große Panoramascheibe im Clubraum des Warendorfer Reitstalls starrte sie in die Halle. Wie hinter einem Schleier nahm sie zwei Frauen wahr, die ihre Pferde in der Bahn ritten. Doch sie interessierten sie nicht.
Tamara hatte keine Ahnung, wie es ohne Harry weitergehen sollte. Beruflich. Im Verein. In ihrem Herzen. Er war der engste und beste Freund, den sie hatte. Seit Jahren. Wie konnte er sie einfach so alleinlassen? Allein mit dem Kampf gegen die Windmühlenflügel des RVD, dem das Wohl der Reiter deutlich näher lag als das der Pferde. Gegen den Pferdesport-Verband kämpfte der Verein unter Harrys Führung seit Jahren auf schier aussichtslosem Posten. Keiner von ihnen würde j