: Sabrina Avevorh
: Urlaub der zum Alptraum wurde
: Books on Demand
: 9783695121250
: 1
: CHF 8.80
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 600
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Mein Urlaub den ich in Kumköy (Türkei) im August 2001 verbringen wollte, wurde zu einem Alptraum. Nach einer langen Autofahrt in einem geliehenen Fahrzeug, kamen mein damaliger Freund und ich in eine Polizeikontrolle, die in einem Desaster endete. Nachdem sich rausstellte das mein Freund keinen Führerschein hatte und mein EU Führererschein von der Polizei nicht anerkannt wurde, wurde unser Fahrzeug gründlich durchsucht. Im Handschuhfach wurden diverse Stoffe gefunden, ein Tütchen Marihuana und eine Plastik Dose mit kleinen Ampullen, deren Inhalt kleine Silikonkügelchen waren, wofür wir keine Erklärung hatten, die nicht uns gehörten. Für die Polizei waren wir Schwerverbrecher und so wurden wir auch von der Polizei behandelt. Später sprach die türkische Polizei davon, dass sich nicht nur eine Plastik Dose im Handschuhfach befand, sondern zwei, die wir niemals zu Gesicht bekamen. Dies war die Unwahrheit und nur ein Mittel gegen uns, um uns fest zu nehmen und wegzusperren. Man hatte uns reingelegt. Ohne jeglichen Rechtsbeistand den man uns nicht gewehrte, wurden wir unschuldig verhaftet und ins überfüllte Gefängnis gesperrt. Nach einem einmonatigen Martyrium im Gefängnis, zwischen Mördern und sonstigen Schwerverbrechern, holten uns unsere Rechtsanwälte, die wir später bekamen, im Oktober endlich zurück in die Freiheit. Viele Jahre sind seitdem vergangen und ich habe bis heute nicht alles verarbeitet. Noch heute begleiten mich manchmal Alpträume in der Nacht, die mich diese Zeit niemals vergessen lassen.

Sabrina Avevorh, wurde 1962 in Prenzlau als Kind einer Arbeiterfamilie geboren verheiratet, keine Kinder jetzt wohnhaft in Hamburg

Kapitel 1 – Urlaubsvorfreude


Dienstag, der 28.08.2001

Früh wurde ich von meinem Wecker aus meiner Tiefschlafphase gerissen. Wie in Zeitlupe, drehte ich mich im Bett um. Mit verschlafenem Blick schaute ich auf den Störenfried. Meine Augen befanden sich noch im Schlafmodus. Ich fragte mich noch fast wie in Trance, warum klingelte mein Wecker derartig früh an diesem Morgen?

Jetzt viel es mir wie Schuppen von den Augen. Wie von einer Tarantel gebissen, sprang ich aus meinem Bett. In etwa 9 Stunden würde mein Flug von Hannover nach Antalya, in den wohlverdienten und langersehnten Urlaub gehen.

Seit Monaten darauf hingearbeitet, sollte es an diesem Tag nun endlich losgehen und ich freute mich wahnsinnig darauf, endlich in die Sonne fliegen zu können.

Meine Freude an diesem unbeschwerten Morgen war derartig groß, dass ich es kaum erwarten konnte zum Flughafen zu kommen. Wie so oft in der Vergangenheit flog ich auch dieses Mal vom Flughafen Hannover ab.

Aufgeregt ging ich ins Bad unter die Dusche damit ich endlich richtig wach werde. Vorher schaute ich noch in den Spiegel und glaubte nicht wirklich, was ich da sah. Meine Augen waren noch geschwollen und die Blässe um meine Nase gefiel mir überhaupt nicht. Kein Wunder, dachte ich, denn ich hatte wie so oft, sehr schlecht geschlafen.

Nachdem ich aus der Dusche kam, ging es mir sichtlich besser. Langsam kam ich zu mir, jetzt einen starken Kaffee und der Tag war gerettet, so meine Gedanken.

Bevor ich in die Küche lief, ging ich zuerst ins Wohnzimmer und begrüßte mein kleinen Horky, der schon wach war und fröhlich zwitscherte. Horky war mein kleiner liebenswerter Nymphensittich, den ich über alles liebte. Er war ein sehr aufgewecktes kleines Kerlchen.

Ich versorgte ihn mit frischem Wasser und redete auf ihn ein, dass er sich beruhigen möge. Wie jeden Morgen freute er sich, wenn er mich sah und wenn ich ihn begrüßte.

Dann ging ich in die Küche zurück, wobei ich Horky mit samt den Käfig im Schlepptau hatte. Jetzt bereitete ich uns beiden gemütlich Frühstück