2. Kapitel: Die Prinzessin und die Göttin
Eines schönen Tages in den Sommerferien entspannte sich Nonoa gerade in ihrem Zimmer, als urplötzlich die Tür aufgerissen wurde. Ein bildhübsches Mädchen mit dunkelbraunen Locken und leicht mandelförmigen Augen platzte herein. Dabei handelte es sich um Lea Miyamae, Nonoas zwei Jahre jüngere Schwester.
„Schwesterherz! Style mir die Haare!“
„Hmm?“
Nonoa lag in ihrem Bett und hatte bis gerade noch auf ihrem Handy herumgetippt. Jetzt warf sie ihrer kleinen Schwester einen vorwurfsvollen Blick zu.
„Du sollst doch vorher anklopfen, Lea.“
„Jaja.“
Im nächsten Moment faltete sie die Hände vor ihrem Gesicht und bettelte mit einem unwiderstehlichen Hundeblick, der Nonoa schließlich zum Aufstehen bewegte. Sie ließ ihre kleine Schwester vor ihrem Schminktisch Platz nehmen und steckte das Glätteisen in die Steckdose.
„Und? Was darf’s heute sein?“
„Ach, ich will meine Haare so wie deine letzte Woche beim Shooting!“
„Klärchen~“
Nonoa fuhr ihrer Schwester mit den Fingern sanft durch das Haar und versuchte sich zu erinnern, wie ihre Frisur an besagtem Tag ausgesehen haben mochte, da steckte schon ein Junge seinen Kopf durch die Tür, der ganz offensichtlich auf Ärger aus war.
„Hey, nun mach schon! Sonst kommen wir noch zu spät!“
„Halt die Klappe! Man hetzt Mädchen nicht. Genau aus diesem Grund will dich auch keine“, erwiderte Lea zickig.
„Bitte was? Alle Mädels fliegen auf mich.“
In einem Anflug von Zorn zog der Junge genervt eine Augenbraue hoch. Bei ihm handelte es sich um Leas Zwillingsbruder: Leo Miyamae. Er war ein gutaussehender Junge, der große Ähnlichkeit zu Lea besaß. Bei anderen hätte ein solch arroganter Spruch wohl eher Spott hervorgerufen, doch ihm sah man förmlich an, wie gut er bei der Damenwelt ankam. Die Zwillinge