„Beinahe, Irina!“ Sebastians Stimme hallte durch das Esszimmer, in dem die Juwelen versammelt waren.
„Da bisher weder ein Gott noch irgendein anderes magisches Wesen dieses Ding jemals gesehen hat, wird euch niemand genau sagen können, was es ist. Doch eins ist sicher: Ihr müsst äußerst vorsichtig sein!“ Seine ernste Miene verstärkte die Schwere seiner Worte.
Die Anwesenden lauschten gespannt, während er fortfuhr: „Um ehrlich zu sein, ist dieses Wesen nicht mehr als ein Mythos. Niemand weiß mit Sicherheit, ob es überhaupt existiert oder woher es stammt. Aber Anubis, der Schakalgott, und Hel, die Göttin der Toten, haben es beiläufig erwähnt. Laut ihnen soll Seltra, das Juwel der Toten und Seelen, davon gesprochen haben. Doch es ist unklar, ob Seltra oder ein anderes Juwel dieses Wesen erschuf – oder warum.“
Ein Schweigen legte sich über die Runde, das nur vom Rauschen des Windes draußen und dem leisen Knistern der Kerzen unterbrochen wurde.
Sebastians Stimme nahm einen entschlossenen Ton an, als er weitersprach: „Sobald ihr dieses Wesen gefunden und unter eure Kontrolle gebracht habt, lasst es euch zu Frigg führen. Sie ist die Einzige, die euch sagen kann, wo sie das letzte Mal mit der großen Mutter gesprochen hat.“
Ciaran lehnte sich zurück, seine Arme hinter dem Kopf verschränkt, und grinste trocken.
„Also gut.“, sagte er mit gespieltem Enthusiasmus. „Das klingt dieses Mal ja wirklich überhaupt nicht schwierig. Wir müssen ein Wesen finden, das nur in der Nacht herauskommt, von dem niemand genau weiß, ob es wirklich existiert. Dann sollen wir es besiegen, es dazu bringen, uns zu Frigg zu führen, und schließlich herausfinden, wo das letzte Gespräch mit der großen Mutter stattgefunden hat. Also, Leute – geben wir jetzt auf oder erst in England?“ Sein Sarkasmus brachte die Juwelen zum Lachen, obwohl die Herausforderung, die vor ihnen lag, alles andere als leicht war. Während das Lachen langsam verstummte, kehrte die nachdenkliche Stille in den Raum zurück. Die Schwere der Aufgabe lastete auf allen. Irina bemerkte die Unsicherheit, die sich auf den Gesichtern ihrer Freunde abzeichnete, und schlug mit ihrer Faust auf den Tisch. Das dumpfe Geräusch ließ alle zusammenzucken und zog die Aufmerksamkeit auf sie.
„Leute!“, rief sie mit fester Stimme. „Reißt euch zusammen! Wir haben in dieser kurzen Zeit so viel erlebt und überstanden. Es kann doch nicht sein, dass wir jetzt einfach aufgeben. Ein komisches Wesen in der Dunkelheit zu finden – das sollte doch für dich, Ciaran, wirklich kein Hindernis darstellen.“ Ciaran sah sie an, ein breites Grinsen auf seinem Gesicht.
„Da hast du absolut recht!“, stimmte er zu. Seine Stimme war voller Zuversicht, und seine Haltung strahlte neue Energie aus. „So schwierig dürfte das wirklich nicht sein. Außerdem finden wir Frigg so oder so – mit oder ohne die Hilfe dieses möglicherweise nichtexistierenden Wesens. Leute, lasst uns morgen aufbrechen und England unsicher machen!“
Die entschlossene Stimmung, die seine Worte h