Von Schwaben an die Spree, Mai
SoKo, Staatschutz und die Kolleginnen und Kollegen, die nahezu immer und überall in Grüppchen zusammenstanden und mögliche Szenarien durchdiskutierten – alle tappten nach dem Verschwinden des Ministers im Dunkeln. An Arbeit war im BuEGeLN ausnahmsweise nicht zu denken.
Zunächst gab es rein gar nichts Neues, nicht einmal das kleinste Lebenszeichen von Minister Bernd Bäckerle. Auch waren weder ein Bekennerschreiben noch Lösegeldforderungen eingegangen. Dabei hätte man sich schon über einen abgetrennten kleinen Finger gefreut, um zu wissen, dass noch Blut durch die Adern des Ministers floss.
Mit Bernd Bäckerle war ein politisches Naturtalent, streitbar, bundesweit bekannt und dauerpräsent, wie vom Erdboden verschwunden. Die Sache hätte einen spannenden Plot für eine Netflix-Serie hergegeben. Doch im wahren Leben passierte so etwas doch nicht! Mitten in Deutschland, wo sich die Menschen in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld immer noch einigermaßen sicher fühlten. Gemeinhin sorgte nur das Hören eines der beliebtenTrue Crime-Podcasts für einen beschleunigten Puls. Es sei denn, die Leute kamen auf die Idee, nach Anbruch der Dunkelheit auf Pilzsuche im Görlitzer Park in Berlin-Kreuzberg zu gehen oder in Neukölln in einem öffentlichen Freibad Abkühlung zu suchen. Dann drohte tatsächlich Gefahr für Leib und Leben, zumindest, wenn man der BILD glaubte