: Astrid Kofler
: Von Rückkehr, Flucht und Suche nach Heimat Erinnerungen an die Nachkriegszeit
: Athesia-Tappeiner Verlag
: 9788868398927
: 1
: CHF 22.20
:
: Zeitgeschichte (1945 bis 1989)
: German
: 256
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Mehr als ein Dutzend Erzählungen geben Einblick in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, als viele Menschen eine neue Heimat suchten. Sie schildern Flucht, Rückkehr und das Streben nach Zugehörigkeit - Entscheidungen, die das Leben prägten. Im Mittelpunkt steht das Gehen: zu Fuß, in Viehwaggons, durch ein zerstörtes Europa. Die Autorin verleiht Zeitzeugen aus Südtirol eine Stimme. So entstehen eindringliche Geschichten, die sich zu einem größeren Bild der Landesgeschichte fügen. Am Ende bleibt die zentrale Frage: Was gibt einem Leben Sinn? Was bewirken Umwege, Brüche, Verluste?

Astrid Kofler, Mag. phil., geb. 1965 in Bozen, Journalistin, Filmemacherin und Autorin. Studium der Theaterwissenschaft und Germanistik in Wien, Journalistenausbildung in München, Berlin und London. Freischaffend tätig, mit Sachbüchern und Romanen sowie mit Porträts, Filmdokumentationen und Magazinsendungen für das Fernsehen. Ausgezeichnet u. a. mit dem Premio Farfalla/Bergfilmfestival Trient, dem Walther-von-der Vogelweide-Förderpreis 2011, dem Stipendium des Landes Tirol im Künstlerhaus Paliano bei Rom. Forum-Theater und Clown-Ausbildung. Ehrenamtliche der Caritas-Hospizbewegung. Mutter von drei erwachsenen Kindern.

Vorwort


Vielleicht war es bei einer Ausstellung, dass mir diese Sätze in die Augen fielen, vielleicht las ich sie in einer Zeitung, als ich noch öfters im Kaffeehaus saß. Oder in einem Buch. Es muss noch zuzeiten gewesen sein, als es kein Handy gab, sonst hätte ich das Zitat fotografiert und womöglich vergessen. So habe ich sie abgeschrieben und die Notiz immer und immer wieder neu bei jedem der vielen Umzüge an die magnetische Pinnwand geheftet, auf der für mich Wichtiges und Wertvolles hängt: „Schon als Kinder kannten wir keine Welt ohne Krieg, die Welt des Krieges war die einzige Welt, und die Menschen des Krieges die einzigen Menschen, denen wir begegneten. Ich kenne auch heute keine andere Welt und keine anderen Menschen. Hat es sie je gegeben?“

Im Internet sind diese Zeilen nicht zu finden, ich weiß nicht, wer sie schrieb, ich weiß nicht, in welchem Land sie geschrieben wurden und wann. Heute ist wissenschaftlich erwiesen, was in den 1990er- und 2000er-Jahren intensiv erforscht wurde, dass sich seelische Narben vererben, dass Hunger, Gewalt, Flucht und Krieg Menschen nicht nur individuell traumatisieren, dass solche Erlebnisse auf unsichtbare Weise Generationen prägen und das genetische Erbe ganzer Völker beeinflussen. Dass Kinder und Enkel, die selbst n