Einleitung
Leben undTod sind Begriffe, die in Wechselbeziehung zueinander stehen. Im Bereich der Relativität können wir nur denken, sprechen und handeln, wenn wir eine Sache einer anderen gegenüberstellen. So können wir die jeweiligen Erscheinungsformen verstehen.
In dieser Vielfalt sind wir bei jedem Schritt mit komplexen Puzzlespielen konfrontiert und müssen daher einem analytischen Prozess folgen, bei dem wir jeweils die einzelnen Bestandteile sortieren, einzeln benennen und in Beziehung setzen, um auf der Ebene der Sinne und des Intellekts etwas davon zu begreifen. Es liegt also in der Natur der Dinge und an der Art unserer Erkenntnisfähigkeit, mit der die Natur uns ausgestattet hat, dass wir nur mit einem Wissen über die einzelnen Teile leben und nie ein wirkliches Bild von einer Sache in ihrer Gesamtheit erhalten. Da wir keine Kenntnis und Erfahrung desNoumenon (des mit dem Geist zu Erkennenden) haben, begnügen wir uns die ganze Zeit über mit den Formen und Farben der Dinge, die wir sehen, mit ihren Eigenschaften und Merkmalen, die nach außen hin sichtbar sein mögen, ohne in die Tiefe zum zentralen Lebensprinzip vorzudringen, das trotz der Unterschiede in der Masse, der Dichte, dem Volumen, dem Gewicht und der Form dessen, was wir sehen und beobachten, in allem dasselbe ist.
Wie dieLady von Shallot leben wir die ganze Zeit in der Welt der Schatten, die sich im reflektierenden Spiegel (des Gemüts und des Intellekts) widerspiegeln, sozusagen mit dem Rücken zur objektiven Welt um uns herum – ganz zu schweigen von der subjektiven Welt in jedem von uns –, der Welt der Wirklichkeit, mit Wundern, die größer, gewaltiger, prächtiger und glorreicher sind als alles in der physischen Welt.
Mit dem Beginn des ersten Aufflackerns des Göttlichen im Menschen, der alles kontrollierenden und alles erhaltenden Kraft hinter allem Organischen und Anorganischen, entwickelte sich das Bewusstsein von einem Prinzip, das das Leben und die Seele des Universums ist. Dies führte nach und nach zur Gründung verschiedener Religionen, jede entsprechend dem Erkenntnisstand, den ihr Gründer hatte, entsprechend den Bedürfnissen der Zeit und der Menschen, sowie je nachdem, wie weit die Ethnien sich verstanden, und entsprechend der Fähigkeit der Menschen, die Lehren der Apostel, Erlöser und Propheten – die von Zeit zu Zeit kamen, um den Menschen einen materiellen, geistigen, moralischen, sozialen und wirtschaftlichen Aufschwung zu bringen – anzunehmen, geistig zu verarbeiten und zu verinnerlichen.
Alle Religionen entstanden aus den besten Beweggründen. Die führenden religiösen Denker sind genauso das Produkt ihrer Zeit, wie die Anweisungen, die sie all jenen gaben, denen sie predigten, um sie zu verbessern. So gesehen ist es vielleicht nicht abwegig zu sagen, dass für die Mehrheit die herausragenden Lehren der erleuchteten Lehrer erst einmal das waren, was man soziale Religionen nennen kann – soziale und moralische Vorschriften, um die Menschen dazu zu bringen, in Frieden miteinander zu leben, anstatt in einem Zustand ständiger Unruhe und Angst vor Krieg, einem KriegEiner gegen alle und alle gegen Einen.
Alle guten und edlen Gedanken kommen, wie andere Gedanken auch, aus dem Gemüt. Im Falle der Weltlehrer hatten solche Gedanken ihren Ursprung im Leben des Geistes, das sie führten. Es sind jedoch nur sehr wenige, die