2. Vom Sämann
(Mk 4, 3-8; Mt 13, 3-8; Lk 8,5-8)
Das Gleichnis vom Sämann wird wieder von den drei Synoptikern berichtet: Jesus ist ein bekannter Prediger, der mit seinem Gefolge - heute würde man es Fangemeinde nennen. - von einem Ort zum nächsten zieht. Einige wurden von Jesus geheilt, einige haben etwas Vermögen, das sie mit der Truppe teilen. Jede und jeder hat sicher auch so seine Erwartungen, welchen Nutzen und welche Bedeutung die Nachfolge Jesu mit sich bringt. Und manche wollen erleben, was er zu sagen hat, wenn er in ihren Ort kommt und gesellen sich dann zum Publikum hinzu.
An einem Seeufer steigt er in ein Boot und spricht von dem Boot aus zu den Menschen. Dabei erzählt er ihnen das Gleichnis vom Sämann, der den Samen des Getreides, das er anbauen will, aus der Tasche nimmt und mit einem eleganten Schwung auf den Acker wirft und verteilt. In der Zeit, aus der Jesus durch sein Gleichnis zu uns spricht, ist es Stand der Technik, das der Sämann erst den Samen auf dem Feld verteilt und hinterher mit seinem Werkzeug über das Feld geht, um die Aussaat in den Boden einzuarbeiten.
Dabei bleibt einiges ungeschützt obenauf liegen und wird von den Vögeln gefressen. Ein anderer Teil kann nicht wurzeln, da die Erdschicht über den Steinen nicht ausreichend dick ist, und dann verdorrt es in der Sonne. Noch anderer Samen fällt unter Dornen oder unter andere Pflanzen, wo er zwar keimt, aber kein Licht hat, somit nicht wachsen kann und abstirbt. Und ein vierter Teil fällt auf gutes Land, wo der Same wurzeln kann, wo die Pflanzen hochwachsen und dann auch blühen und Früchte tragen können.
Die Einwände seiner Freunde und Zuhörer*Innen, er rede verklausuliert und in Rätseln, beantwortet er damit, dass nur wenige die göttliche Botschaft verstehen wollten oder können. Bereits Jesaja habe angekündigt, dass Menschen sie sehenden Auges nicht erkennen, und sie zwar hören, aber nicht verstehen könnten (Mt.13,14f.).
Dabei bezieht sich Jesus auf Jesaja 6,9f.:Und er sprach: Geh hin und sprich zu diesem Volk: Hör