Neuanfang
Wir, meine Frau und ich, ziehen im März 2002 von Nürnberg nach Hamburg um. Hamburg war immer mein Traum. Meine Frau hat rasch eine Stelle bekommen, im Winter waren wir hier zu ihrem Vorstellungsgespräch. Die Wohnungssuche mühselig und frustrierend. Schließlich haben wir die Wohnung an der Peripherie gefunden. Mietblock, zwei Hauseingänge, drei Stockwerke. Das Milieu ist mir aus meiner Jugend vertraut. Mein Freund und Schriftstellerkollege wohnt seit zehn Jahren in Hamburg, am anderen Ende der Stadt.
Nebelstille. Mild und feucht wie ein Morgen am Strand. Plattenwege zwischen kahlem Gebüsch, Amseln hecken darin. Ab und an blühende Forsythien. Wege zwischen geklinkerten Wohnblöcken, dann schmale Straßen, dann Familienhäuschen mit Giebeldach. In den Gärten stehen uralte Bäume. Der Sand einer Pferderennbahn. Der Bahnhof.
Am Zug führe ich die erste Alltagshandlung aus und verabschiede meine Frau.. Lange steht sie noch in der offenen Tür, wir lesen einander von den Lippen. Sie fährt nach Hamburg hinein, zur Arbeit.
Den Rückweg gehe ich nun allein. Der Nebel macht die Welt sanft und freundlich. Die Zimmer zuhause sind kahl und kalt. Jetzt bin ich hier, denke ich. Ich habe es geschafft! Hier kriegt mich niemand mehr weg.
Ich fahre mit der U-bahn bis zum Hauptbahnhof. Ich will den Hafen sehen, den ich von den Besuchen bei meinem Freund her kenne und von den sechs Wochen Praktikum während meiner theologischen Ausbildung.
Ich steige in die U3 und fahre wie auf einer Achterbahn zwischen den mächtigen Bauten der Hansestadt hindurch, hoch