: Oliver M. Gruber-Lavin
: Links. Woke. Antisemitisch. Subtile Rhetorik, alte Feindbilder, neue Generationen
: Books on Demand
: 9783695181766
: 1
: CHF 7.00
:
: Staatslehre und politische Verwaltung
: German
: 148
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
"Links, Woke, Antisemitisch" untersucht die wiederkehrende, oft übersehene Bedrohung des Antisemitismus im linken, postkolonialen und woken Milieu. Von Marx bis Marcuse, über Antizionismus als Feigenblatt, die Nutzung Palästinas als Projektionsfläche, bis hin zu Allianzen mit Islamisten, intersektionalen Verzerrungen und Medienversagen: Das Buch analysiert die ideologischen, kulturellen und politischen Mechanismen, die Juden und Israel ins Visier nehmen. Es beleuchtet die Rolle von Kultur, Universitäten, Social Media und Parteien, zeigt jüdische Perspektiven und intellektuelle Gegenbewegungen auf und skizziert Wege aus der Sackgasse. Ein eindringlicher Aufruf: Der Umgang mit Antisemitismus ist der Lackmustest westlicher Demokratien.

Oliver M. Gruber-Lavin ist ein vielseitig geprägter und international erfahrener Wiener, der in verschiedenen Bereichen tätig war und ist. Nach einem erfolgreich abgebrochenen Studium der Politik- und Kommunikationswissenschaften an der Universität Wien, entwickelte er sich zu einem wahren"Universaldilettan en". Er arbeitete als Berufssoldat und Blauhelm in Syrien, war parlamentarischer Mitarbeiter und Referent sowie Kommunalpolitiker. In seiner Karriere wechselte er zwischen verschiedenen Rollen: IT-Trainer, Radiomoderator, Dozent in der Erwachsenenbildung und Coach für Kommunikation und Konfliktmanagement. Zudem sammelte er Erfahrungen im Kupferbergbau in Afrika. Seit 2015 ist er Managing Partner der WERTEMANUFAKTUR, einer Gesellschaft für werteorientierte Kommunikation, und setzt sich für einen rationalen und sachlichen Meinungsaustausch zu politischen und gesellschaftlichen Themen ein. Als Generalbevollmächtigter der LAZARUS UNION, einer NGO mit allgemeinen Beraterstatus beim Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen, arbeitet er an internationalen Projekten und ist Delegierter bei den Vereinten Nationen in Wien, Genf und New York. 2014 wurde er zum"Fellow" (FRSA) der Royal Society of Arts (UK) gewählt und 2022 zum"Aides-de-Camp" des Gouverneurs des Commonwealth of Kentucky (US) ernannt.

DER BLINDE FLECK DER LINKEN


Warum ausgerechnet jene, die für Menschenrechte kämpfen wollen, beim Thema Judenhass versagen

Der moralische Selbstanspruch – und das große Schweigen

Die Linke liebt die Menschenrechte. Sie trägt sie wie ein Ordensband am Revers, poliert sie bei jeder Gelegenheit und belehrt die Welt, dass Fortschritt, Emanzipation und Solidarität nur durch sie selbst möglich seien. Wer sich links verortet, sieht sich gern als Bannerträger der Humanität, als Anwalt der Entrechteten, als Stimme der Stimmlosen. Nur leider – und das ist die bittere Pointe – wird die Stimme plötzlich heiser, wenn es um Jüdinnen und Juden geht. Noch genauer: Sie verstummt nicht selten, wenn Israel auf der Agenda steht.

Hier liegt er, derblinde Fleck der Linken, und er ist kein kleiner Kratzer auf der moralischen Brille, sondern eine handfeste Trübung, die alles verzerrt. Judenhass gilt auf der Rechten als verachtenswert, als toxisches Erbe des Faschismus. Auf der Linken dagegen hat er sich ein neues Kostüm geschneidert: Er nennt sich Antizionismus, „Israelkritik“ oder postkoloniale Solidarität. Er versteckt sich hinter großen Worten – Befreiung, Gerechtigkeit, Dekolonisierung – und marschiert doch im Takt der ältesten Ressentiments Europas.

Vom Klassenkampf zum Opferwettbewerb

Historisch betrachtet, war die Linke immer stolz darauf, den Nationalismus und damit auch den klassischen Antisemitismus zu überwinden. Der Kapitalismus galt als Hauptfeind, nicht „die Juden“. Doch schon Karl Marx selbst konnte sich antijüdischer Klischees nicht enthalten – man denke nur an seine berüchtigten Schriften über das „Judentum“ als Metapher für Geldgier. Später übernahm die Arbeiterbewegung diesen Widerspruch: offiziell internationalistisch, aber in der Praxis oft voller Vorurteile.

Im 21. Jahrhundert hat sich die Szenerie gewandelt. Der alte Klassenkampf wurde von einer neuen Moralökonomie ersetzt: Wer am meisten leiden kann, wer den größten Opferstatus beansprucht, der gewinnt das Spiel der Aufmerksamkeit. Und da erscheinen die Palästi