Philosophie und Wissenschaft zwischen Allgemeinem und Speziellem
Der vorliegende Text sieht sich an der Schnittstelle zweier sehr unterschiedlicher philosophisch-wissenschaftlicher Traditionen. Einerseits versucht er zu rekapitulieren, an welcher Stelle wir heute in der Rekonstruktion der Entstehungs- und Entwicklungsprozesse des Mentalen stehen. Was wissen wir bereits, wenn wir nach den Kontinuitäten und Unterschieden zwischen mentalen Systemen und dem Rest der Welt fragen, wobei Letzteres meist als Materie, Außenwelt oder Körper verstanden wird? Zu dieser eher psychologisch und evolutionstheoretisch ausgerichteten Perspektive gehören auch die Fragestellungen nach der inneren Befindlichkeit der Menschen und ihren zahlreichen Idiosynkrasien. Auf der anderen Seite beschäftigt sich die Arbeit mit den eher erkenntnistheoretischen und logischen Fragen im Zusammenhang mit den potentiellen Inhalten und Grenzen derBenutzung dieser mentalen Prozesse. Hierbei untersuchen wir die objektiven Möglichkeiten, die ein solches evolutiv entstandenes System überhaupt haben kann. Beides gemeinsam soll dann einen Ansatz darstellen, der die eigenen wie auch alle anderen psychischen, seelischen, nicht-materiellen Prozesse als einen Teil der kontinuierlichen Evolution des Lebens versteht. Wenn ich aus meinem Inneren in die Welt hinausschaue und wenn ich andere Menschen (und Tiere) etwas Ähnliches tun sehe, was genau geschieht dort? Das ist die erkenntnisleitende Fragestellung, die ich hier in zahlreichen einzelnen Facetten ausbreiten werde.
Das Individuelle im Menschen steht dabei im Vordergrund. Das als jeweils ganz einzigartig Wahrgenommene, das einen Menschen ganz grundsätzlich von allen anderen Unterscheidende, ist unser Thema. Aber wie kann man diese Individualität theoretisch überhaupt fassen? Das einmalig Individuelle ist offensichtlich etwas grundsätzlich anderes als allgemeine menschliche Charakteristika.31 Spricht man vom Mentalen