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13. APRIL 2017 – HELIA
»Ich will nicht lange um den heißen Brei herumreden. Es tut mir leid, Helia, aber ich muss dich leider entlassen.«
Marcus’ Worte hallen in meinem Kopf wider wie ein Echo, das nicht verstummen will.
Hat er das gerade wirklich getan? Hat er mich tatsächlich gefeuert?
»Wow.« Mehr bringe ich nicht heraus. Meine Kehle schnürt sich zusammen, als würde jemand versuchen, mich zu erwürgen. Angst kriecht in mir hoch. Keinen Job mehr zu haben, bedeutet wegfallende Routinen. Das ist nicht gut. Ich zwinge mich, Marcus anzusehen, und merke, wie traurig er aussieht.
Alles halb so wild, Helia. Er hat dir gerade gekündigt, aber du bekommst das hin. Ja, er sieht traurig aus, aber es ist nicht deine Aufgabe, ihn jetzt zu trösten. Deine Aufgabe ist es, dich um dich selbst zu kümmern. Er wird damit klarkommen. Er ist nicht so wie du.
Ich schlucke die aufkommenden Sorgen um meine Zukunft und meine verwirrenden Gefühle meinem Chef gegenüber hinunter und senke den Kopf. Der geflieste Boden des Balkons, auf dem wir sitzen, schimmert im Sonnenlicht gelblich. Normalerweise genießen wir hier draußen als Team unsere Mittagspausen oder gemeinsame Feierabendbiere. Der Anlass heute ist weniger erfreulich.
»Sag doch was«, bittet er mich, doch ich kann nicht.
Ich hole tief Luft und presse erneut ein »Wow« heraus. Mehr geht nicht. Ich weiß nicht, wie man in einer solchen Situation richtig reagiert. Mir wurde noch nie gekündigt. Neue Umstände sind für mich immer schwierig und am liebsten wäre ich gerade allein, um in Ruhe über alles nachdenken zu können.
Aber ich bin nicht allein. Mir gegenüber sitzt Marcus und sieht verzweifelt aus. Mein Herz wird schwer. Vielleicht sollte ich ihn umarmen? Oder sollte er mich umarmen? Das alles ist irritierend. Und zu all diesen Emotionen mischt sich noch die Unsicherheit darüber, wie ich meine nächste Miete zahlen soll.
»Ich hätte es mir denken können«, flüstere ich.
Marcus runzelt die Stirn.
»Seit