: Alex Weitgruber
: Mein Büro auf zwei Rädern Wie ich mein Millionen-Unternehmen in eine Fahrradtasche packe und losfahre
: Athesia-Tappeiner Verlag
: 9788868398750
: 1
: CHF 19.60
:
: Europa
: German
: 256
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Das Buch beschreibt den Versuch des Unternehmers Alex Weitgruber seinen Büroalltag auf das Rennrad zu verlegen. Er fährt mit seinem Rad durch ganz Europa, nach Rom, Paris, Berlin, London, Wien, Stockholm und Lissabon, ohne sich dabei einen einzigen Tag frei zu nehmen. Sein 'Büroalltag' geht auf den Radreisen 'so normal wie möglich' weiter, nach dem Motto business as usual. Es geht um die Kombination von business, Smart Working, Sport und Abenteuer. Was ist möglich? Wo liegen die Grenzen? Welche Weichen muss Weitgruber in seinem Unternehmen stellen, um das Unmögliche möglich zu machen? Wie läuft sein Arbeitsalltag auf dem Rad ab? Jede Tour wird zur Herausforderung von Geist und Körper! Ein ständiges Wechselbad von Erfolgen, Rückschlägen, Willenskraft und Zweifel ... Auf seinen Reisen sammeln sich Geschichten über spannende Begegnungen mit Tier und Mensch, über einsame und gefährliche Momente: Diebstähle, Hochwasser, Hitze, Kälte, gefährliche Straßen und absolute Stille in Schweden. Das Buch ist reich bebildert und kurzweilig geschrieben. Wie wird sich auf der Reise die Sicht auf Erfolg und Gesellschaft verändern? Ist der Erfolg das Ziel oder doch der Weg dorthin?

Alex Weitgruber, geboren 1978 in Bozen, hat sich früh in seinem Leben dem Unternehmertum verschrieben. Nach jahrzehntelanger Arbeit hinter dem Schreibtisch, nimmt sein Leben nach einem Schicksalsschlag eine Wendung. Er optimiert alle Tätigkeiten im Unternehmen, kehrt seinem Büro den Rücken und entwickelt sich zu einem Pionier im Bereich Remote Working und lebt eine Arbeitsweise vor, die für viele als unerreichbar galt: Er führt sein Millionenunternehmen, während er mit dem Fahrrad und einem Laptop im Gepäck, die Länder und Städte Europas bereist. Seit fünf Jahren Büroabstinenz perfektioniert Weitgruber diese mobile Lebens- und Arbeitsweise und hat dabei bewiesen, dass Erfolg und Freiheit sich nicht gegenseitig ausschließen. Er kombiniert die unternehmerischen Anforderungen mit den sportlichen Herausforderungen und steht für ein Leben ohne feste Schreibtische oder veraltete Strukturen. Alex Weitgruber verkörpert eine neue Generation von Unternehmern, die moderne Technologien und unkonventionelle Denkweisen nutzen, um ihre Ziele zu erreichen. Seine Geschichte ist ein lebendiges Beispiel dafür, wie man Freiheit, Abenteuer und beruflichen Erfolg vereinen kann.

Rückblick


April 2019: Seit 20 Minuten im Auto geht es keinen Meter mehr weiter. Mein Blick ist auf die Einfahrt der Schnellstraße gerichtet, die zu meinem Büro in der Bozner Gewerbezone führt. Aus dem Radio ertönt „Gute-Laune-Musik“ – sie soll uns Pendler wohl aufheitern, damit wir nicht ausrasten und dieses tägliche Trauerspiel etwas leichter ertragen. Wie jeden Morgen läuft mein persönliches Ratespiel: Wie lange brauche ich wohl für die fünf Kilometer bis ins Büro …? Sind es heute 57 oder 59 Minuten? Oder schaffe ich es in 56 Minuten? Sinnlose Minuten, in denen ich nur dasitze. Es erinnert mich an die Zeit, in der ich mich in der Schule fast zu Tode gelangweilt habe. Ich meine mich an geradezu körperliche Schmerzen zu erinnern, die entstanden, wenn die Schulglocke das nächste Unterrichtsfach einläutete und ich wieder 50 Minuten stillsitzen musste. Vielleicht hatten meine Lehrer damit recht, dass ich ein guter Schüler mit miserabler Motivation war. Wie dem auch sei, ich habe die Oberschule (Gymnasium) trotz erfolgreichem Abschluss der zweiten Klasse mit 16 Jahren – zum Leidwesen meiner Eltern und zur Freude meiner Lehrer – abgebrochen. Ich suchte mein Glück als Handwerker, als Elektriker. Die Lehrjahre in dieser Branche waren nicht gerade die Erfüllung meiner Träume, aber die Baustelle war mir immer noch lieber, als in einen Raum gesperrt stundenlang irgendwelchen Lernstoff zu hören, der mich nicht im Geringsten interessierte.

Da ich drei Jahre später meinen Gesellenabschluss mit voller Punktezahl erreichte, wurde ich nach dem Militärdienst von einem Südtiroler Berufsbildungszentrum zu einem Lehrgang eingeladen, der mich zum Industrieelektroniker ausbildete. Ich kann mich noch gut erinnern, wie schwer es mir fiel, wieder den ganzen Tag in einem Raum zu sitzen, während draußen das Leben pulsierte. Nach dem Abschluss arbeitete ich als Elektroniker in einem Sicherheitsunternehmen. Ich war den ganzen Tag mit meinem Firmenwagen und Laptop unterwegs und nie länger als eine Stunde am selben Ort. Ich denke, dass das wohl der Grund war, warum mir dieser Job so viel Freude machte. Die Stelle war nicht sonderlich gut bezahlt und die Karriereleiter war bereits vollends erklommen, aber wen juckt das schon im zarten Alter von 19 Jahren. Ein Jahr später sollte sich diese Einstellung radikal ändern. Ich kann heute gar nicht mehr sagen, warum, aber ich wachte eines Tages auf und wusste, dass ich mehr aus meinem beruflichen Leben machen wollte. Leider konnte ich die Zeit nicht mehr zurückdrehen und so blieb mir nichts anderes übrig, als mich meinem momentanen Schicksal zu fügen.

Und dann kam sie, meine große Chance: Mein Vater gründete mit mehreren Partnern ein Handelsunternehmen in der Lebensmittelbranche. Und sie suchten nach einem Büromitarbeiter. Als sie bereits die Zusage eines potenziellen Bürogehilfen hatten, wollte es das Schicksal, dass mich meine Eltern am Esstisch beiläufig fragten: „Alex, willst du es bei uns im Büro versuchen? Jetzt oder nie. Sonst fängt nächste Woche