Spring über den Schatten - Buch 1 - Neuanfang
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Ulla Garden
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Spring über den Schatten - Buch 1 - Neuanfang
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Chiara-Verlag
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9783961274536
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1
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CHF 5.30
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Erzählende Literatur
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German
Leni fühlt sich auf dem Gutshof ihrer Schwiegereltern nicht mehr wohl. Sie trauert um Johannes, ihren Ehemann und Vater ihrer beiden Kinder, der den Freitod gewählt hatte. Allmählich kommen Heimweh und auch Geldprobleme hinzu. Zudem fühlt sie sich von der Familie ständig beobachtet und kontrolliert. Deshalb fasst sie den Entschluss in ihre Heimatstadt Freiburg zurückzukehren. Und so fährt sie mit ihren dreijährigen Zwillingen und einem voll bepackten Auto Richtung Heimat. Ihr Bruder und ihre Großeltern unterstützen sie liebevoll bei ihrem Start in diesen neuen Lebensabschnitt. Als sie dem attraktiven Kinderarzt Adrian begegnet fühlt sie sich zum ersten Mal wieder zu einem Mann hingezogen. Doch sie kann einfach noch nicht über ihren Schatten springen und eine neue Beziehung eingehen. Eine große Herausforderung für Adrian, der es nicht gewohnt ist, um eine Frau kämpfen zu müssen.
Ulla Garden erblickte im Jahr 1952 in Südbaden das Licht der Welt. Nach ihrer Ausbildung zur Chemielaborantin war sie bis zu ihrer Pensionierung in verschiedenen Positionen in der Pharmaindustrie tätig. Seit über 30 Jahre ist sie mit einem Franzosen verheiratet. Sie lebt seit einigen Jahren in Bad Bellingen im schönen Markgräflerland, wo sie sich in diversen Vereinen und Gruppen engagiert. Ihre Freizeit verbringt sie gerne mit Schreiben, Reisen, Lesen, Gartenarbeit, Handarbeiten und Basteln. Die diversen Corona-Lockdowns haben sie auf die Idee gebracht, endlich ihren Traum zu verwirklichen und Bücher zu schreiben. Die meisten Liebesromane enden mit dem Läuten der Hochzeitsglocken. Hier nehmen ihre Geschichten aber in der Regel erst so richtig Fahrt auf. Das Leben ist nun mal nicht nur romantisch und das möchte sie in ihren Büchern zum Ausdruck bringen. Ihre Geschichten sollen unterhalten, aber auch zum Nachdenken anregen.
Was für ein Anblick! Adrian ging am Wartezimmer vorbei und warf einen kurzen Blick hinein. Fasziniert blieb er stehen. Vor dem Fenster, beschienen von einem Sonnenstrahl, der sich durch den sonst trüben Februarhimmel gestohlen hatte, glänzten drei Blondschöpfe in verschiedenen Schattierungen. In der Mitte sah man den Kopf einer jungen Frau, die ihr rotblondes Haar zu einem etwa kinnlangen Bob geschnitten trug. Auf ihrem rechten Bein saß ein kleiner hellblonder Junge, dessen etwas welliges Haar am Oberkopf länger und im Nacken kurz geschnitten war. Er kuschelte sich an seine Mutter und hörte aufmerksam zu, was sie vorlas. Auf ihrem linken Bein zappelte ein kleines Mädchen mit einem dunkelblonden Lockenkopf. Das schulterlange Haar wurde an den Seiten mit mehreren kleinen bunten Spangen aus dem Gesicht gehalten. Adrian schätzte das Alter der Kinder auf etwa drei und vier Jahre. Als er sich endlich von diesem Anblick losreißen konnte, ging er weiter zur Rezeption. Er fragte, wie er meinte beiläufig, wer denn die Frau mit den beiden Kindern im Wartezimmer sei. Die Angestellte an der Rezeption zuckte die Schultern und meinte: 'Keine Ahnung, die sind neu, die kommen zum Durchchecken und Impfen.' 'Schicken Sie sie doch bitte zu mir rein', forderte Adrian sie auf. 'Ja, aber zuerst kommt Oskar ...', wollte sie Adrian auf einen Patienten aufmerksam machen, der zuerst an der Reihe gewesen wäre. Adrian unterbrach sie und bat nochmals, diesmal mit einem charmanten Lächeln: 'Frau Heidrich, rufen Sie bitte zunächst die Frau mit den beiden kleinen Kindern in mein Sprechzimmer, das kleine Mädchen scheint sehr ungeduldig zu sein. Den anderen Patienten kann der Kollege machen.' 'Normalerweise machen wir das aber nicht so', grummelte sie. 'Das mag der Chef ganz und gar nicht.' 'Sie müssen es ihm doch nicht erzählen', scherzte Adrian und verschwand durch die Tür mit der Aufschrift Privat. Als Adrian in sein Sprechzimmer zurückkam, saß tatsächlich die Frau mit den beiden Kindern vor seinem Schreibtisch. Wie schon zuvor im Wartezimmer, kuschelte der Junge sich rechts an ihre Seite, während das Mädchen auf den linken Stuhl geklettert war und die Beine ungeduldig baumeln ließ. 'Guten Tag, ich bin Doktor Bräuer', stellte er sich freundlich lächelnd vor. 'So, wen haben wir denn da?' Adrian sah auf seinen Bildschirm und versuchte sich zurechtzufinden. Entschuldigend sagte er: 'Sorry, wir haben einen personellen Engpass und ich muss erst mal sehen, wo es hier weitergeht.' Als er die richtige Seite gefunden hatte schaute er kurz zur Mutter auf und fragte: 'Was führt Sie zu mir Frau von ....', er sah nochmals auf den Bildschirm. 'Kaiser, einfach nur Frau Kaiser' unterbrach die Frau ihn. 'Meine Kinder heißen von Moeltenhoff, nach ihrem Vater', ergänzte sie lächelnd. 'Hm, ja, ach so, ja', antwortete Adrian etwas verwirrt während er überlegte: geschieden oder wie das heute modern ist, gewollt allein erziehend? 'Wir kommen zum Impfen. Und könnten Sie die beiden vielleicht noch kurz durchchecken?' Adrian hatte sich wieder gefangen. 'Ja gut, das machen wir. Wer will denn zuerst?' Er sah auffordernd lächelnd von einem Kind zum anderen, aber die rührten sich beide nicht. 'Na dann sag ich doch mal Ladies first', er lächelte das Mädchen an. 'Kommst du zu mir? Wie heißt du denn?' versuchte er die Kleine, die zögernd auf ihn zuging, aus der Reserve zu locken. 'Cora.' 'Das ist aber ein schöner Name. Und weiter?' Das Mädchen lächelte ihn verschmitzt an und antwortete: 'Klamotte.' Adrian sah erst die Tochter dann die Mutter verwirrt an. 'Ach Cora, komm