: Rainer Gross
: Der leere Himmel Roman
: Books on Demand
: 9783695178360
: 1
: CHF 6.10
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 164
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Sylt im Februar. Zum Urlaubmachen ist der ehemalige Missionsprediger Raphael nicht hergekommen. Er ist geflohen, vor der Ent-fremdung in seiner Ehe, vor der unerfüllten Arbeit und vor allem vor dem jahrelangen Schweigen Gottes, das in seinem Leben ist. Da lernt er die todkranke, aber lebenslustige Viki kennen, und es entsteht eine sachte Zuneigung zwischen ihnen. In diesen Wochen, im Angesicht des Todes und der Lust am Leben, geschieht das Wunder einer tiefen Nähe zwischen zwei Menschen, und am Ende scheint sogar das Unmögliche möglich zu werden ...

Rainer Gross, Jahrgang 1962, geboren in Reutlingen, studierte Philosophie, Literaturwissenschaft und Theologie. Heute lebt er mit seiner Frau als freier Schriftsteller wieder in seiner Heimatstadt. Er wurde 2008 mit dem Friedrich-Glauser-Debütpreis ausgezeichnet. Bisher sind rund siebzig Titel von Rainer Gross erschienen. Zuletzt veröffentlicht: Novemberland (2023); Schafsgezwitscher (2023); Das heiratende Mädchen (2023); Jesus trinkt den Kaffee schwarz (2024); Café im Hof (2024); Abschied in Cork (2024); Jahrtausendwende (2025); Gezeitenwechsel (2025); Tagund-nachtgleiche (2025).

Fünf


Am nächsten Morgen hat er Kopfschmerzen.

Ein feiner Schmerzring um die Stirn, eine Flauheit im Magen. Er zieht überall die Rollläden hoch und sieht im Wohnzimmer als Erstes den leeren Himmel.

Graue Wolken wälzen sich, es ist gerade trocken. Dahinter die Leere. Das Thermometer draußen zeigt zwei Grad über Null.

Er macht sich im Schlafanzug einen löslichen Kaffee. Jetzt hilft kein Tee, denkt er.

Er steht mit dem Becher in der Hand an der Terrassentür und schaut hinaus. Er schlürft den Kaffee, bis ihm einfällt, dass er heute einkaufen muss.

Also gut, denkt er. Bring’s hinter dich, dann kannst du dich wieder einigeln. Er macht Katzenwäsche, zieht die Sachen von gestern an und tritt vor die Tür.

Ein grauer Inselmorgen. Ja, er ist auf einer Insel. Die Wohnstraße, wo sie in Osnabrück ihr Reihenhaus haben, kann es nicht sein. Schon der Himmel ist anders. Und die Dünen. Die geteerte Straße.

Er geht zum Carport, steigt in seinen Wagen und startet den Motor.

Hinterm Steuer fühlt er sich gleich besser. Etwas tun, denkt er. Es mir gut gehen las