Kapitel 6 - Dreifach gemoppelt hält besser
Als Knut um 16:35 Uhr aus dem Leichtflugzeug auf dem Flugplatz St. Peter Ording stieg hatte es leicht zu regnen begonnen. Ludger stand mit dem Polizeiauto vorm Zaun und winkte. Knut stiefelte mit seiner kleinen Reisetasche im Schlepptau auf ihn zu. Freudig begrüßten sie sich.
„Mensch Ludi, dich habe ich ja echt ewig nicht mehr gesehen. Und wie ich sehe, werden wir beide offensichtlich nicht jünger. Du hattest früher auf jeden Fall weniger Gesicht.“
Er lachte laut auf. Ludger Bär hatte zu ihren Zeiten auf der Polizeiakademie dunkelblondes, leicht gelocktes Haar, dass ihm lässig in die Stirn gefallen war. Knut konnte sich noch erinnern, dass sich sein Kollege damals vor schmachtenden Frauenblicken kaum retten konnte. Mittlerweile war von der Lockenpracht allerdings kaum noch etwas übriggeblieben. Ein Kranz dünner grauer Haare wand sich rund um seinen Kopf, während die Stirn und der Oberkopf absolut kahl waren. Ludger strich sich lächelnd über die kleine Glatze und die Falten rund um seine aufblitzenden, dunkelblauen Augen wurden noch ein wenig tiefer, als er lachend erwiderte:
„Dafür hatte ich dich erheblich unrunder in Erinnerung. Den Verbrechern hinterher zu rennen überlässt du wohl eher den anderen, was?“
Sie knufften sich gegenseitig in die Rippen. Knut wurde sekundenlang ein wenig schwermütig. Ludger hatte ja recht, hin und wieder kam er sich vor wie ein schwerfälliges Walross, dass sich mit Müh und Not von Klippe zu Klippe hangelte. Er musste dringend mit Anita reden. Schließlich war sie ja zum größten Teil mit Schuld an seinem figürlichen Fiasko. Sie musste ab jetzt gesünder und fettarmer kochen und er würde sich mehr bewegen. Alleine bei dem Gedanken fühlte er sich schon mindestens 15 Kilo leichter und mit diesem festen Vorsatz ließ er sich auf die Beifahrerseite des Streifenwagens fallen. Ludger umrundete den Wagen und nahm auf dem Fahrersitz Platz.
„Die Kripo kommt gegen 18:00 Uhr, die haben wohl keinen früheren Flug bekommen. Bis dahin würde ich dir einfach schon mal die Fundorte der Körperteile zeigen. Oder was meinst du?“
Er startete den Wagen und fuhr rückwärts auf den Weg, der sie zurück zur Landstraße und nach St. Peter Ording bringen würde.
„Wie lange kannst du eigentlich bleiben?“ Vorsichtig schielte er hinüber zu Knut. Der starrte aus dem Fenster. Die Felder rechts und links der Straße waren noch kahl, der leichte Regen ließ ab und zu den Scheibenwischer anspringen und der Himmel war wolkenverhangen. Gut, so ein Wetter kannte er natürlich von Föhr auch, aber irgendwie erschien es ihm hier trotzdem trostloser als auf seiner Heimatinsel.
„Ich denke mal, vorerst bis am Freitag. Vielleicht haben wir ja bis dahin schon weitreichende Erkenntnisse.“
Sein Bauch meldete sich lautstark zu Wort. Leider war ihm Anitas Backfisch und der Kartoffelsalat ja nun durch die Lappen gegangen. Ludger sah ihn feixend an.
„Ok, Planänderung. Wir machen einen kurzen Zwischenstopp im Café „Meiforth“. Dort gibt es