Die Trabantensiedlung am Rand der Stadt Übernachten im einstigen Jugendzimmer in der Wohnung seiner Eltern. Nun ist nur noch der Vater da. Er ist ein über achtzigjähriges Männlein geworden, das ihn mit großen, manchmal verwunderten Augen anschaut. Der Vater ist froh, dass sie jetzt bei ihm sind, zeigt seine Zuneigung in tausend Besorgungen, hat Wurst geholt vom Lieblingsmetzger, frische Brezeln, Cola in Literflaschen. Sie werden bis morgen bleiben, wenn der Umzugslaster aus Hamburg ankommen wird.
Die Albberge sind vom Nebel verhüllt, Nieselregen, es ist kalt. Die Wohnungsübergabe macht der Eigentümer, der gegenüber wohnt, ein feiner alter Herr aus Rumänien, pensionierter Mathematiklehrer. Sie warten im Auto an der Straße auf den Laster. Ringsum lauter Eigentumswohnungen, die Häuserblöcke erschreckend nah, eingebaut wie im Baukasten, denkt er. Die beiden Hochäuser geben einen Hauch von Großstadt. Er hat Angst, dass seine Geschichte hier, seine Kindheit und Jugend und die Studienjahre ihn einholen. Die unglückliche erste Liebe, wegen der er nach Melbourne ging. Sein Suizidversuch damals, mit zwanzig. Kurz wünscht er sich die Anonymität des Nordens zurück. Ein Omnibus fährt auf der Hauptstraße vorbei, hält an, lässt Leute aussteigen, großformatige Werbung an den Flanken, er kennt den Bus, er kennt die Linie, er kennt die Haltestellen. Plötzlich wird ihm kla