: Martin Steinkasserer, Brigitta Willeit
: Endometriose-Sprechstunde Empfehlungen aus der Facharzt-Praxis: Was wirklich hilft!
: Athesia-Tappeiner Verlag
: 9788868398835
: 1
: CHF 16.80
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: Erkrankungen, Heilverfahren
: German
: 224
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Regelschmerzen? Das ist doch normal - oder? Viele Frauen hören genau das, wenn sie über starke Schmerzen während ihrer Monatsblutung sprechen. Doch Schmerzen, die mitunter bis zur Ohnmacht führen und oft mit extremen Blutungen und Problemen mit Darm und Harnblase einhergehen, sind alles andere als normal. Häufig steckt dahinter Endometriose, eine Erkrankung, die Millionen Frauen betrifft, aber noch immer viel zu oft übersehen wird. Deshalb vergehen im Schnitt bis zu zehn Jahre, bis die Diagnose gestellt wird. In diesem Ratgeber beleuchtet Dr. Martin Steinkasserer, Primararzt für Gynäkologie mit langjähriger Erfahrung in der Behandlung von Endometriose-Patientinnen, alle Facetten dieser komplexen Krankheit. Er erklärt, welche Symptome auf Endometriose hinweisen, welche Organe neben der Gebärmutter betroffen sein können und warum unerfüllter Kinderwunsch häufig eine Folge ist. Darüber hinaus zeigt er auf, wie die Krankheit diagnostiziert wird und welche Therapien und Strategien zur Schmerzbewältigung helfen können. Außerdem beantwortet er alle Fragen, die er täglich gestellt bekommt, seit er in seiner Klinik eine Endometriose-Sprechstunde eingeführt hat. Hilfreiche Tipps für den Alltag mit Endometriose runden die Informationen auf Augenhöhe ab. Dieses Buch ist ein unverzichtbarer Leitfaden für alle, die endlich Klarheit und Unterstützung im Umgang mit Endometriose suchen.

Dr. Martin Steinkasserer stammt aus Bruneck und ist Primar der Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe am Krankenhaus Bozen. Er ist onkologisch-gynäkologischer Chirurg, Lehrbeauftragter an der Medizinischen Hochschule Hannover und als Leiter des landesweiten Trainingszentrums für minimal-invasive Chirurgie erster Ansprechpartner in Südtirol in der Behandlung von gynäkologischen Krebserkrankungen. Der Facharzt für Gynäkologie gilt als Spezialist auf dem Gebiet der Endometriose-Behandlung und -Chirurgie und ist Mitglied des wissenschaftlichen Beirates der Stiftung Endometrioseforschung (SEF).

WAS ENDOMETRIOSE MIT DER FRAU UND IHREM UMFELD MACHT


Sabines Geschichte ist nicht erfunden und auch nicht übertrieben dramatisch dargestellt. Sie und ihr Leiden gibt es wirklich. Und sie ist kein Einzelfall.

Während Männer für ihre Schmerzen, zugezogen in der Kletterwand oder auf dem Fußballplatz, fast heldenhaft verehrt oder zumindest ergiebig bemitleidet werden, sind Frauen seit jeher dazu verdonnert, still und leise zu leiden. Sie werden zu häufig nicht ernst genommen und ihre Schmerzen heruntergespielt, es wird ihnen viel zu oft nicht geholfen.

„Unter Schmerzen sollst du gebären“

Frauen wird seit eh und je beigebracht, dass sie Schmerzen hin- und annehmen müssen. Das geht weit in die Geschichte zurück. Schon in der Bibel steht: Unter Schmerzen sollst du gebären. Diese Überlieferungen spielen bis heute eine Rolle und werden von einer Generation zur nächsten, von Müttern an die Töchter und von Tanten an die Nichten weitergegeben. Es wird die gute alte Wärmflasche bemüht oder der Tee mit dem Heilkraut, der schon der Oma geholfen hat. Sind die Schmerzen sehr schlimm und sprechen auf diese gut gemeinten therapeutischen Ratschläge nicht an, wird recht schnell von Hysterie geredet. Oder von chronischem Jammern. Die Schmerzen bei der Regelblutung, die habe ja jede Frau, heißt es dann oft und gerne. Die Mutter, die Schwester, die Nachbarin, die Frau an der Supermarktkasse – bei allen ist es kein Problem. Nur du kommst damit nicht zurecht!

So kommt es, dass die Schmerzen zur Kopfsache gemacht werden. Wer „mit diesem bisschen Weh“ nicht zurechtkomme, habe kein körperliches Problem, sondern eher eine angeschlagene Psyche. Einmal in diese Schublade gesteckt, geht es dort nur schwer wieder heraus. Je öfter die betroffene Frau ihre Schmerzen und ihre Beschwerden mitzuteilen versucht, desto seltener stößt sie auf offene Ohren. Mit ihrem vermeintlich übertriebenen Gejammere über Symptome, die augenscheinlich jede Frau – außer sie – für erträglich hält, nervt sie. Ihr wird ihre Wahrnehmung nicht mehr geglaubt. Und noch schlimmer: Schon bald beginnt sie, selbst daran zu zweifeln.

Beschwichtigen, herunterspielen, auf die Psyche schieben

In der Psychologie gibt es dafür einen Begriff: Gaslighting. Er bezeichnet eine Form der psychischen Manipulation. Der Name geht auf das Theaterstück „Gas Light“ aus dem Jahre 1938 zurück, in dem ein Mann versucht, seine Frau gezielt in den Wahnsinn zu treiben, um an ihr Erbe zu kommen. Berü