: Melany de Isabeau
: Der Soldat und die Dirne
: Books on Demand
: 9783695120246
: 1
: CHF 8.80
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: German
: 212
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Der Roman ist spannend und zugleich etwas aus der Art. Zwei Menschen finden sich aus unterschiedlichen Verhältnissen. Jedoch nach einer gewissen Zeit - der Zweisamkeit - wird daraus eine sehr schöne Liebesgeschichte.

Melany de Isabeau ist eine Autorin mit Herz und Verstand. Für ihre Leser versucht sie nur das Beste zu schreiben.

Nicole legte sich auf dem Sofa in Position, zog ihr Kleid aus weißem Musselin zurecht, strich dann ihre Handschuhe glatt und ließ nun die Hände jedoch elegant in den Schoß sinken. Der Kerzenleuchter war so aufgestellt, dass sein Schein ihre Haut in ein sanftes Licht tauchte und das Bild unterstrich, das sie abgeben sollte. Wenn sie an die Wünsche des letzten Mannes jetzt denken musste, schnürte sich ihre Kehle zu, und sie bekam dann eine Gänsehaut.

Wie sehr sie dieses Leben jedoch verabscheute.

Sie überprüfte je den Sitz ihrer mit Federn geschmückte Maske,die auf kunstvolle Weise so gearbeitet war, dass sie zwar nun Nicoles Identität jedoch tarnte,dabei aber weder ihre jugendliche Haut, auch noch das unberührte Rosa ihrer schönen Lippen je verdeckte. Hinter „De Mamas“ konnte sich jedoch jedes Mädchen verbergen, das das erste Aufblühen seiner Weiblichkeit nun erlebte. Es war Ramons Ansicht, dass sie diesen Eindruck erweckte, und die Männer, die dann seine Spielhölle aufsuchten, setzten dann hohe Summen ein, um für sich den Traum zu gewinnen, Nicole dann verführen zu dürfen. Jedoch ein Entkommen stand für sie außer Frage, doch wenigstens verdeckte die Maske ihre wahre Identität ebenso wie die Schmach.

Da sie einfach je nicht still sitzen konnte, ging Nicole hinüber zum Bett, das jedoch auch nun, diskret, in einer dunklen Ecke stand.

Das Bett war mit Bettwäsche in Weiß mit Spitzen mit Lavendel wie jedoch ein Schrein zu Ehren der Jungfräulichkeit erschien. Auf der Bettkante nahm sie Platz und ließ die Beine baumeln, während sie sich fragte, wie viele Minuten ihr jedoch noch blieben, ehe der nächste Gentleman an der Reihe war. Sehr lange konnte es nicht mehr dauern, immerhin hatte sie sich mit der Toilette mehr Zeit gelassen, als es üblich war, um ihre ganze Erinnerung an diese jedoch sehr verachtenswerte Kreatur dann abzuwaschen, die nach Nicoles Ansicht noch viel eher wieder hätte aufbrechen können.

Aus dem Nebenzimmer war tiefes, raues Gelächter eines Mannes zu hören.

Dumme Geschöpfe, die sich an Tischen niedergelassen hatten und warteten, dass Lord Ramon ihnen ihr Vermögen abnahm. Die jungen Frauen an diesen Tischen, die je, heute Abend so wie Nicole selbst wie diese Debütantinnen im Rewa Ballsaal gekleidet waren, sollten die Gäste zum Poker spielen heftig anspornen, doch für einige Auserwählte war die mysteriöse „De Mamas“ jedoch der einzige wahre Gewinner für ihre Einsätze.

Ramon würde nicht zulassen, dass ihm diese Frau entglitt, die ihm jedoch, so viel Geld einbrachte. Diese Lektion hatte Nicole schon früh genug lernen müssen, doch es war auch gleich, da sie ohnehin nirgendwo hätte hingehen können. Vor der Tür wurden Stimmen laut.

Rasch verdrängte sie jedoch, die Erinnerung daran, wie Ramon sie zu diesem Schicksal je verdammt hatte – oder besser gesagt – wie sie sich selbst dazu verdammt hatte.

Der nächste Mann, der zum Glück für diesen Abend der letzte sein würde, jeden Moment herein kommen, und sie durfte je nicht so wirken, als sei sie nicht für ihn bereit. Rasch überprüfte sie ihr Haar und strich über die dunklen Locken, die der neuesten Mode entsprechend ihr Gesicht je ein-rahmten und durch die ein blassrosa Seidenband gezogen war.

Jemand stieß laut gegen die Tür, woraufhin Nicole vom Bett aufsprang und schnell ihren Platz auf dem Sofa einnahm. Im nächsten Moment trat ein groß gewachsener Mann ein, der vor dem helleren Lichtschein des Spielsalons fast nur als Silhouette zu erkennen war. Einen Augenblick lang stand er da und hielt eine Hand an die Stirn.

Ein Soldat. Sein rotes Oberteil war eine Uniformjacke der britischen Armee, jedoch verziert mit blauen Aufschlägen und Goldlitzen. Er trug sie aufgeknöpft, sodass man das weiße Hemd darunter je sehen konnte.

Wäre ich doch auch ein Soldat, dachte Nicole sehnsüchtig. Dann könnte ich mir meinen Weg nach draußen freikämpfen. Sie würde zur Kavallerie gehören, weil sie dann mit einem halsbrecherischem Tempo davon galoppieren konnte. Das wäre einfach zu schön.

Der Soldat, der jedoch keine fünf Jahre älter als sie zu sein schien, schwankte leicht, als er die Tür hinter sich schloss. Zweifellos hatte Lord Ramon ihn großzügig mit Brandy versorgt.

Mit einem leisen Seufzer nahm Nicole zur Kenntnis, dass er wohl berauscht aber nicht fettleibig war. Wenn sie Glück hatte, würde sein Atem nicht so faulig stinken wie bei den anderen Männern, was sie von allen Abstoßenden mit am wenigsten ausstehen konnte. Doch dieser Besucher war schlank und machte einen muskulösen Eindruck, wie man es auch von einem Soldaten auch erwarten durfte.

Mein Gott!“, rief er aus und wäre fast gestrauchelt, als er sie sah.

Ich fürchte, May Lord, der Titel steht mir nicht zu.“

Im Kerzenschein konnte sie das Gesicht des Soldaten jedoch besser erkennen, der sie angesichts ihrer Antwort so amüsiert angrinste,dass sie Mühe hatte,sich ernst zu halten. Seine grünen Augen funkelten je, belustigt.

Nein, natürlich nicht. Es dürfte wohl auch mein Glück sein, dass Sie nicht der Allmächtige sind, Miss...“

De Mamas.“

Er war ein Charmeur. Sie kannte die Männer seines Schlages.

dieses Verhalten verlor sich schnell sobald, sie sich genommen hatten, was sie von ihr haben wollten.

Die mysteriöse „De Mamas“, jetzt erinnere ich mich.“

Er ließ sich nun neben ihr, auf dem Diwan nieder.

Ich bitte um Verzeihung, aber ich war ein wenig erschrocken. Dass Sie wirklich wie eine junge Dame aussehen würden, hatte ich nicht erwartet.“

Ich bin eine junge Dame, erwiderte sie und spielte ihre Rolle.

In seinen Augen war jedoch ein anerkennender Ausdruck zu sehen, in der linken Wange bildete sich ein Grübchen, als er den Mund verzog.

Ich schwöre Ihnen, Sie sind das Wunschbild von einer Dame, und England hat auch die hübschesten Frauen zu bieten. Ich glaube, ich muss mich für diese, sehr ärmliche

Uniform entschuldigen.“

Er hielt ihr den einen Fuß hin und zwinkerte ihr zu, während sie an seinem Stiefel zog.

Obwohl das Leder ordentlich und gut poliert war,strichen ihre Finger über Kratzer und Schrammen. Ob sie ihren Ursprung auf einem Schlachtfeld hatten? Und als sie den Stiefel jedoch weit genug vom Fuß gezogen hatte, um ihn ganz abzustreifen, verlor der Mann für einen Moment den Halt und wäre fast bald,vom Sofa gefallen. Nicole verdrehte die Augen.

Habe ich Sie nun jetzt, mit meiner Geschicklichkeit nun beeindrucken können, De Mamas?, fragte er nun lachend.

Allerdings Sir Lord. Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal jedoch, so gut unterhalten wurde.“

Amüsiert drehte er sich nun so herum, das sich sein Gesicht dicht vor ihrem befand. Sein Ausdruck hatte jedoch mehr Schalkhaften als Lüsternes an sich.

Und ich dachte schon, ich sei der, der unterhalten werden soll.“

Nicole fiel es schwer, ein Lächeln zu unterdrücken. Mit einem Finger zeichnete er die Konturen ihrer Lippen nach.Seine Augen strahlten auf einmal je etwas, überraschend, Sehnsüchtiges aus, während sie selbst eine Hitze in sich aufsteigen fühlte, auf die sie nicht gefasst war und die sie jedoch am liebsten zum Fächer hätte greifen lassen. Mit der Zunge fuhr sie sich je über den Mund, als könne sie so die leichte irritierende Berührung jedoch fortwischen. Gleichzeitig atmete der Soldat heftig ein und sah sie so eindringlich an, dass sie gar nicht anders konnte, als den Blick jetzt zu senken.

Dieser Mann entsprach ganz dem Wunschtraum, den sie sich dann, in ihren langen einsamen Stunden ausgemalt hatte. Er war so, wie ein stolzer Ritter auf einem Prachtvollen weißen Hengst, der sich im Turnier dem finsteren Lord stellte und um ihre Freiheit kämpfte.Oder jedoch wie ein Pirat, der gegen die Obrigkeit kämpfte und auf seinem Schiff mit ihr davon segelte.Er war der Soldat, der sie mit gezücktem Schwert von Ramon befreite und ihr für alle Zeiten Sicherheit gab.

Was für ein Unsinn! Er war nichts davon, seiner Uniform, noch seines dunklen, lockigen Haares und seiner sonnengebräunten Haut zum Trotz. Seine wundervollen grünen, ausdrucksstarken Augen und sein kantiges Gesicht erweckten jedoch allerdings den Eindruck, als sei er kampferfahren.

Ramon jedoch war auch einmal ein solcher Wunschtraum gewesen, als sie sich ausgemalt hatte, er werde sie ins Ehebett mitnehmen, nicht aber in dieser Kammer jedoch hier festhalten.

Der Soldat streifte seine Jacke ab, sein je aufgeknöpftes, und locker sitzendes Hemd ließ etwas von seinem schwarzen Brusthaar erkennen. Nicoles war wie gebannt davon, Finger kribbelten, da sie zu gern gewusst hätte, wie sich das lockige Haar anfühlte.

Ach, als wenn es sich in irgendeiner Weise jedoch, anders, anfühlen könnte als bei den übrigen lüsternen Männern, die sich dann immer so gierig auf sie...