15. Einer unterwegs und ein anderer, sind zwei ... die nicht zu Hause sind
Strömender Regen, nicht dieser fiese Fadenregen, nicht fallender Niederschlag, eher diagonales Nass. Noch kein Platzregen, wie Monsun nur kälter, eben so Liquide, aber fast schon Schnee. Ekelhaft sofort durchnässender Schauer, die Luft feucht, Atem schlägt Dampf, genau wie der Mantel, an den Schultern.
Er läuft schnell, gebeugt als könne er den Regenfäden entrinnen. Am Rücken nebelt es aus, verbindet sich mit dem Dampf der Achseln, als würde der Körper unter dem Kleidungsstück schwelen. Er hebt die Laterne etwas höher, nein kein Mantel, ein Umhang ist es. Mit Sticker wie Monde, Sterne. Überwürfe wie sie die Zaubergilde trägt.
Zu schnell ist die Gestalt unterwegs, für dieses Wetter und da, ein dampfender Fladen, sein Fuß glitscht weg. Glück gehabt, er konnte sich fangen, ohne auf den schmierigen Weg zu fallen. Immer weiter.
Während er strauchelte, fiel etwas zu Boden, das Geräusch des Aufpralls ein weniger Lauter als der des Regens.
„Scheißdreck, Mistwetter. Nie eine Kutsche, wenn man eine braucht, aber der Schlüssel muss zur Hexengilde.“
Aus dem Dunkel tritt ein Schatten ins nicht Hellere, der Schemen folgt der Gestalt. Der Weg wird immer rutschiger, fällt leicht ab und wird steiler. Die ersten Häuser sind zu sehen, Kopfsteinpflaster, das glänzend im faden Licht schimmert.
Lautlos schreitet die Gestalt über das Pflaster, der Schatten indes, es klackt metallen auf Stein, ein schleifendes Geräusch, ein Poltern. „Krack, knacks“ ein unterdrückter nahezu stiller Fluch.
Die Gestalt hat nichts bemerkt, sie läuft weiter, der Schatten ist mehr als nur eine Silhouette, den solche Bluten nicht und haben keine Knochen, die man beim bersten hört.
Aber hier sind Gebeine, mindestens 2 davon gebrochen, Entschuldigung drei. Beim Versuch, auf zu stehen, verursachte die Kontur erneut ein brechendes Geräusch, die Kopfsteine blieben unbeschadet.
Wimmern.
„Waff muff iff bei foeinem Weffer auff dem Hauff.“
Der geknickte Schatten versuchte sich, an eine Hauswand zu ziehen, um sich auf zu richten. Schmerzen, unglaubliche Lichtblitze durchzucken seinen Schädel.
Der Schemen tastete über das Pflaster, die Finger glitten durch Unrat und Schlimmeres, wenn auch verdünnt, dafür schmierig. Es gab nirgends Halt. Wie ein halbüberfahrener Lurch kroch die Silhouette in die Nähe der ersten Häuserwand.
Seine linke Hand ertastete etwas Langes, recht Schweres, er zog die Klaue an und brachte sie vor seine Augen. Zu dunkel, aber es schien aus Metal zu sein und etwas anderem, ein Material das der Schemen so nicht gefühlt hatte.
Der Gegenstand blinkte, nein nur ein roter Punkt, sichtbar dann unsichtbar. Die Silhouette legt das Ding vor sich ab und betastet die schmerzenden Stellen.
„Aupff, feiffe.“
Gäbe es mehr Licht, würde man erkennen, das ein alter Mann, in schäbiger Kleidung mit einigen Schwä-ren und nicht so ganz neu auf der Straße sitzt, am rechten Arm schwer verletzt. Knochensplitter die sich ins freie Bohren, genau wie am Bein. Die Wunde ist durch einen alten Verband zusammengehalten. Aber der rote Fleck wird größer und voluminöser, auf dem billigen Mull.
Satoo der Klacker, ein alter Tunichtgut, Säufer und früher ein Schläger. Kneipenlegende in der Versenkung. Klacker nannte man ihn, wegen seiner Beschläge an den Schuhen, die auf dem Pflaster klackerten, wie Steppschuhe oder die Sporen von Cowboys.
In jungen Jahren hatte es der kriminelle Frauenheld nicht nötig gehabt sich an zu schleichen. Die Klackerschuhe waren eine Warnung für seine Widersacher, entkommen konnte ihm aber niemand. Hörte man die Klacker und hatte ein Problem mit Satoo, war es zu spät.
Man konnte sich h