KAPITEL EINS
„Können wir wenigstens nicht am ersten Schultag zu spät kommen?“, hechelte ich, als wir bergauf Richtung Schule radelten. Toni war ziemlich pünktlich gewesen, nur auf Bianca hatten wir warten müssen.
„Wenn wir so hetzen, dann ist meine Frisur auch wieder dahin“, meckerte Bianca und fasste sich hektisch in ihre frisch gestylten Locken. Toni lachte und radelte noch schneller. Es war 7:59 Uhr, als wir unsere Räder an den Fahrradständern der Schule anschlossen. Ziemlich verschwitzt liefen wir in den Klassenraum, in dem unsere Mitschüler aufgeregt quasselten. Jeder wollte von seinen Sommerferien berichten, und alle waren aufgeregt.
Wie ein Sack Flöhe, dachte ich. Auch ich hatte einiges zu berichten, denn schließlich hatte ich kurz vor den Sommerferien Luis kennengelernt. Der Junge mit den edelsteingrünen Augen hatte mir gehörig den Kopf verdreht, und es hatte mich einige Lügen und sogar Geld gekostet, an ihn heran zu kommen.
„Denkst du an Luis?“, knuffte mich Bianca in die Seite. Wieso sah sie mir das immer an? War das nur ihr Hang zur Hexerei oder stand mir „verknallt“ auf der Stirn geschrieben? Ich hatte nicht viel Zeit darüber nachzudenken, denn mit einem lauten Türknallen betrat ein jung aussehender Lehrer unser Klassenzimmer.
„Wer ist das denn?“, murmelte Toni und kaute an ihrem Bleistift.
„Ich bin Herr Möhring, der neue Referendar“, stellte er sich vor. Ein Stöhnen ging durch die Klasse, gefolgt von lauten „Buuh“-Rufen. Ich fand das affig, aber vor allem die Jungs waren irgendwie noch mitten in der Pubertät. Luis war anders. Vielleicht, weil er schon ein Jahr älter war?
„Ruhig, ich werde euch noch von mir überzeugen“, lachte der Möhring und begann, eine Präsentation an unser Whiteboard zu werfen.
„Ihr habt mich zwar gerade vom Gegenteil überzeugt, aber da ihr es alle in die 12. Klasse geschafft habt, behandele ich euch ab jet