: Peter M. Hirsekorn
: Kai idou - und ich sah ... Die Offenbarung des Johannes
: Books on Demand
: 9783695137930
: 1
: CHF 17.60
:
: Religiöse Schriften, Gebete, Gesangbücher, relig. Meditationen
: German
: 522
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Die Offenbarung des Johannes ist kein Streichelbüchlein, sie huldigt keinem Harmonieideal, sie ist ein schroffes Buch. Sie will uns erschrecken, sie will uns beschämen, sie will, dass die Menschen merken, es wird ernst. Das letzte Buch der Bibel ist ein prophetisches Buch. Nicht Sätze oder abstrakte Wahrheiten sind Gegenstand der Offenbarung, sondern Gott selbst, der sich mitteilt. In seiner Offenbarung erschließt er sich als ein Gott der Menschen und für die Menschen, als der, der mit ihnen Gemeinschaft haben und zu ihnen in Beziehung treten möchte. Alle Auslegungen der Offenbarung des Johannes werden im Prinzip von zwei Leitfragen dominiert: welche Botschaft wollte Johannes den frühen Jesusgemeinden übermitteln und welche Bedeutung besitzt diese Botschaft für unsere heutige Lebenswelt? Beide Fragen sind gleichermaßen relevant und hängen durchaus miteinander zusammen. Dennoch sind sie klar voneinander zu unterscheiden, zumindest ist das der Anspruch dieses Buches. Es kann nicht nur darum gehen, ihre Botschaft mit Hilfe eines Codes zu entschlüsseln und in theologische Axiome oder allgemeine Wahrheiten umzusetzen. Die Bilder als Bilder sprechen zu lassen wird der Bibel und der Offenbarung gleichermaßen gerecht.

Peter N. Hirsekorn, Jahrgang 1957, nach kaufmännischer Lehre und Abitur am Staatlichen Abendgymnasium in Hamburg Studium der Neueren Geschichte, Politischen Wissenschaften und Anglistik an der Freien Universität Berlin und in den USA. Anschließend mehr als 25 Jahre in leitenden Positionen der Wirtschaft tätig, zuletzt als Alleinvorstand der Portum AG in Frankfurt/Main. Nach seiner Ordination in den USA ist er bis heute als Pastor der unabhängigen Evangelischen Gemeinde Pattaya (Thailand) und ehrenamtlicher Geschäftsführer des Begegnungszentrums Pattaya tätig. Der Autor hat mittlerweile zahlreiche Bücher über die Geschichte und Kultur Thailands als auch zu theologischen Themen publiziert.

Avant-propos


Etwas gleich vorneweg: über die Frage nach dem Wann der Erlösung oder des Endes der Welt gibt die Apokalypse (Apk) keine Auskunft. Jahrhundertelange Bemühungen waren deshalb vergeblich, weil der Offenbarung des Johannes (Offb) keine Auskunft abzuringen ist, welche sie nicht geben will. Dennoch verrät und lehrt sie uns etwas viel Bedeutenderes: Der christliche Glaube und unsere Hoffnung richten sich auf Erlösung als Befreiung. Das ist die etwas andere Antwort auf die Fragen nach dem Wer, Wo, Wie, Wovon und Wozu. Das Wann hingegen wird nur indirekt beantwortet. Nach 1,1 und 22,20 geschieht die Rettung „bald, in Kürze“, was auch immer das heißen mag. Laut 6,9-11 erfolgt die Rettung, sobald dernumerus perfectorum, die Vollzahl der Gerechten, erreicht ist.

Die grundsätzliche Message der Apk lautet: Gott und nur Gott kann und will Erlösung schenken. Das setzt nach biblischem Befund die Befreiung von menschenfeindlichen und tyrannischen Mächten voraus. Das lehren uns die großen heilsgeschichtlichen Erfahrungen Israels, welche das Christentum in seinen Liturgien sorgsam bewahrt hat.

Die Johannes-Offenbarung ist kein Streichelbüchlein, sie huldigt keinem Harmonieideal, sie ist ein schroffes Buch. Die Offb will uns erschrecken, sie will uns beschämen, sie will, dass die Menschen merken, es wird ernst. Das letzte Buch der Bibel ist ein prophetisches Buch. Es ist spricht über die Zukunft: „seinen Knechten zu zeigen, was in Kürze geschehen soll“ (1,1). Das aus dem Mittelhochdeutschen abgeleitete Wortoffen baren bedeutet"offenlegen, aufdecken, enthüllen“, das griechische Äquivalent lautet ἀποκάλυψιςapokalypsis, lateinischrevelatio. Mit diesen Formulierungen verbindet sich der Gedanke, dass Gott, der in der jüdisch-christlichen Tradition immer auch der verborgene Gott ist, etwas von sich preisgibt: „Um Jakobs, meines Knechts, und um Israels, meines Auserwählten, willen rief ich dich bei deinem Namen und gab dir Ehrennamen, obgleich du mich nicht kanntest. Ich bin der HERR, und sonst keiner mehr, kein Gott ist außer mir. Ich habe dich gerüstet, obgleich du mich nicht kanntest, damit man erfahre vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang, dass keiner ist außer mir. Ich bin der HERR, und sonst keiner mehr, der ich das Licht mache und schaffe die Finsternis, der ich Frieden gebe und schaffe Unheil. Ich bin der HERR, der dies alles tut.“ (Jes 45,4-7). Das er zumindest ansatzweise zeigt, w