Hans
Hans war der Inbegriff eines ewigen Hippies. Er wollte seine Geschichten als Buch aufschreiben, dazu war er aber nicht in der Lage. So bat er Urs, das für ihn zu machen. «Ghostwriter» sozusagen. Das war anfangs der Zweitausenderjahre. Urs führte die weit über zweihundert Seiten zusammen. Während dieser Arbeit verstarb Hans. Aber hier ein Kapitel, vom Ende der Sechzigerjahre, welches Urs in bester Erinnerung blieb:
Hans war älter als Urs, er konnte schon Autofahren, als Urs noch mit dem Vélosolex unterwegs war. Hans, der das Leben in vollen Zügen genoss und finanziell von seinem Vater unterstützt wurde, verkörperte den Geist der Sechziger- und Siebzigerjahre mit seiner rebellischen und unkonventionellen Art. Er hatte noch nie gearbeitet, sein Vater, ein Schrotthändler unterstützte ihn sein Leben lang finanziell. Eines Tages fuhr er mit einem VW-Bus an den Quartierplatz, stieg aus und schritt mit seinem John-Wayne-Gang auf Urs zu. Sie unterhielten sich und Hans sagte: «Morgen breche ich zu einer grossen Reise auf. Zürich–Kabul in Afghanistan, brauchst du etwas ausser Stoff?» Ich möchte gerne so einen bestickten afghanischen Mantel aus Schafsfell, wie sie die Beatles tragen, war die Antwort. Die stinken zwar fürchterlich, sind aber in Mode. Kein Problem für Hans, er war beim «Besorgen» Weltklasse.
Mit seinem jüngeren Bruder an seiner Seite erlebte Hans eine unbeschwerte und sorglose Reise, die durch die liberalen und westlich orientierten Zeiten in Afghanistan geprägt war. Die grenzüberschreitende Reise verlief reibungslos, und Hans’ Schweizerpass und dessen Bruder und einige Dollars erwies sich als nützlich, um Hindernisse zu überwinden.
Die Geschichte von Hans zeigt den Geist der Abenteuerlust und Freiheit der damaligen Zeit, als junge Menschen die We