Kapitel 3: Belohnung und Bestrafung - Die operante Konditionierung
"Die Konsequenzen unseres Verhaltens bestimmen die Wahrscheinlichkeit, dass wir dieses Verhalten wiederholen. Wir sind in gewissem Sinne Sklaven unserer Verstärkungsgeschichte."
– B.F. Skinner, Psychologe und Begründer des radikalen Behaviorismus (1904-1990)
B.F. Skinner und die Verhaltensbox
Stellen Sie sich vor, Sie beobachten eine Ratte in einem Käfig. In der Ecke ist ein kleiner Hebel. Die Ratte läuft herum, schnuppert, erkundet. Zufällig drückt sie auf den Hebel – und ein Futterpellet fällt herab. Zufall? Die Ratte weiß es nicht. Sie läuft weiter, drückt irgendwann wieder – noch ein Pellet. Nach wenigen Wiederholungen hat sie es verstanden: Hebel drücken = Futter. Ab jetzt drückt sie gezielt und immer öfter.
Was Burrhus Frederic Skinner in den 1930er Jahren in seiner berühmten"Skinner-Box" beobachtete, war revolutionär und gleichzeitig so einfach: Verhalten, das belohnt wird, wird wiederholt. Verhalten, das bestraft wird, wird seltener. Diese simple Erkenntnis erklärt einen Großteil unseres täglichen Handelns.
Denken Sie an Ihren Arbeitsalltag. Warum kommen Sie pünktlich? Weil Sie dafür"belohnt" werden – mit Gehalt, Anerkennung, dem guten Gefühl, zuverlässig zu sein. Warum melden Sie sich in Meetings zu Wort? Weil Ihre Ideen geschätzt werden. Oder warum halten Sie sich zurück? Vielleicht weil Sie einmal unterbrochen oder Ihre Idee abgelehnt wurde – eine Form der"Bestrafung". Skinner ging noch weiter. Er entdeckte, dass nicht nur das"Was" der Belohnung wichtig ist, sondern auch das"Wann". Eine Taube, die nur jeden zehnten Pickversuch belo