1. Lieder ohne Worte
Das Blut ergoss sich in eine so große Pfütze, dass sie sich fragte, wie ihr Körper überhaupt so viel Flüssigkeit hatte beherbergen können.
Ihr Körper fühlte sich nunmehr so taub an, dass sie nicht mehr einschätzen konnte, ob sie Schmerzen hatte oder nicht. Der Betäubungszauber, den sie gesprochen hatte, hatte sie jeglichen Schmerzempfindens beraubt, doch ob er noch wirkte oder schon längst verblasst war, konnte sie nicht sagen. Als vor ihren Augen alles zu verschwimmen begann, neigte sie den Kopf nach oben.
Mondlicht erhellte den Schlosshof und gab die Sicht auf eine grausige Szene preis. Die Bäume im Garten waren zerfetzt und der Boden von riesigen Löchern förmlich durchsiebt. Keine der steinernen Säulen im Hof war unversehrt geblieben. Eine von ihnen war halb zerschmettert, und Tinasha lehnte zusammengesackt an dem verbliebenen Teil.
Der Anblick war verheerend. Man wollte meinen, ein heftiger Sturm hätte hier gewütet. Im Hof jedoch herrschte Totenstille, denn aus dem Kampf war ein eindeutiger Sieger hervorgegangen. Nun musste Tinasha entscheiden, was sie mit ihren letzten Momenten anfangen wollte. Sie blickte auf ihre Flanke hinunter, die zur Hälfte herausgerissen worden war.
„Cal ... Mila ...“
Sie rief nach ihren mystischen Geistern, doch keiner von ihnen reagierte. Vorhin war es schon so gewesen. Ein einziger Mann hatte alle zwölf Geister zur Aufgabe gezwungen. Tinasha hoffte inständig, dass sie zumindest noch am Leben waren. Sie war ihre Meisterin, und mit ihrem Tod würde den zwölf Geistern die Freiheit gewährt werden. Vielleicht konnten sie sogar entkommen. Sie wünschte es ihnen von Herzen.
Tinasha schnappte nach Atem, doch in der Luft hing nur der Geruch ihres eigenen Blutes.
„Oscar ...“
Allein seinen Na