Kapitel Eins
Für eine Geisterbeschwörung brauchte man Süßigkeiten und an diesem Morgen entschied sie sich für Lakritze.
Ein riskanter Entschluss, das war ihr klar - denn so gut wie jeder hatte eine Meinung zu Lakritze, doch nicht jede davon fiel positiv aus. Sie war lange vor dem nur halb vollen Regal gestanden. „Fünfzig Prozent Rabatt auf alle übrig gebliebenen Halloween-Naschwaren!“, hatte Roland vom Delikatessenladen ihr zugerufen und sie hatte genickt. Der erste November war eben ein guter Tag für eine Beschwörung. Schade, dass sie sich keinen Vorrat würde anlegen können. Es war wichtig, nicht verdächtig zu wirken.
„Hast du keinen Karamell mehr da?“, hatte sie, über ihre Schulter hinweg, gerufen und Roland hatte sich ungeniert gestreckt.
„Längst leer. Morgen kriege ich neuen. Dann aber zum vollen Preis.“
„Auch wenn er für eine Freundin ist?“
„Gerade wenn er für eine Freundin ist.“ Sie hatte, genervt von ihrem eigenen Verständnis, erneut genickt und mit den Fingerspitzen über die unter dem Supermarkt-LED-Licht bu