EINS
Helena musste sich festhalten, als die Kutsche durch ein besonders tiefes Schlagloch schaukelte. Nervös schaute sie durch das Fenster hinaus in den Wald, über den sich inzwischen die Dämmerung legte.
Schon bei der Abreise am Vormittag vom Gut ihres Großonkels war klar gewesen, dass sie es kaum vor der Dunkelheit bis nach Hause schaffen würden. Helena fuhr gern zu ihren Verwandten, die Besuche bildeten eine willkommene Abwechslung in ihrem gleichförmigen Leben, aber dies hier war nun absolut nicht nach ihrem Geschmack. Sie wusste nur allzu gut, wie gefährlich es nach Sonnenuntergang in den Wäldern sein konnte.
„Wie weit ist es denn noch?“, fragte Helenas Schwester Delia, die neben ihr saß.
Ihr Vater ihnen gegenüber runzelte missmutig die Stirn. „Eine halbe Stunde wird es wohl noch mindestens dauern. Das gefällt mir überhaupt nicht. Wer weiß denn, was sich hier für Gesindel herumtreibt!“
Der gleichen Meinung schien auch der Kutscher oben auf dem Bock zu sein, denn gerade in diesem Moment knallte er mit seiner Peitsche über den Köpfen der Pferde und trieb sie zur Eile an. Er hatte sich nicht einmal Zeit genommen, die Laternen an den Seiten der Kutsche anzuzünden. Nur raus aus diesem Wald!
„Es ist eine Schande, dass das Reisen bei all dem Fortschritt in unserem Land immer noch so gefährlich ist“, beschwerte sich Helenas Vater. „Wozu ha