: Wolfgang Lipps
: Die kürzeste Geschichte des deutschen Waldes Geister Wölfe Försterliesl - der Wald und wir
: Books on Demand
: 9783695128174
: 1
: CHF 8.80
:
: Naturwissenschaft
: German
: 308
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Seit fast 400 Millionen Jahren gibt es Wald. Vor erst einmal nicht ganz 7 Millionen Jahren hat sich der Urahn des Menschen aufgemacht, die Baumkronen zu verlassen, und auf den Erdboden herabzusteigen und dann die offene Landschaft aufrecht gehend zu erobern. Vor ca. 1,7 Millionen Jahren hat er zu jagen begonnen und ist dabei auch, etwa auf der Jagd nach dem Waldelefanten, in den Wald zurückgekehrt. Der hatte inzwischen fünf schwere Erdkatastrophen, wenn auch mit starken Veränderungen, überstanden. In der Folge war der Wald immer für den Menschen ein wichtiger, oft ein überlebenswichtiger Ort, vor allem aber ein geheimnisvoller, ein mythischer, ein wunderbarer Ort. Heute ist der Wald, gerade in Mitteleuropa stark vom Menschen geprägt, ein ganz wesentlicher Teil unseres Lebensraumes. Er muss erhalten und geschützt werden, insbesondere gegen den Klimawandel, der ihm stark zusetzt. Das ist zuerst die Auf-gabe der Forstwirtschaft, aber dann auch unser aller Anliegen. Die Geschichte und die Bedeutung des Waldes durch die Zeiten bis heute schildert dieses kleine Buch. Ein unterhaltsames Sachbuch für Jäger, Förster, Waldbesitzer, Landwirte und alle Naturliebhaber!

Dr. Wolfgang Lipps war fast 50 Jahre lang Wirtschaftsanwalt, und ist Autor juristischer Lehrbücher. Er ist passionierter Jäger, Jungjägerausbilder und Hundeführer, und Autor jagdlicher Werke (z. B. Landesjagdgesetz Brandenburg und Die kürzeste Geschichte der deutschen Jagd sowie Wolf und Mensch am Frühstückstisch). Er war Dozent für Jagdrecht und ist Mitglied im Verein Deutscher Jagd-rechtstag und im Forum Lebendige Jagdkultur. Als Geschäftsführer leitet er die JUN.i Institut für Jagd Umwelt und Naturschutz GmbH (www.jagdrechtsblog.com) in Liepe bei Eberswalde.

Wald – was ist das?


Wenn man „Wald“ sagt, dann stellt sich jeder etwas anderes darunter vor. Berliner denken an den Grunewald, die grüne Lunge Berlins – aber eben meistens Kiefern, Traubenkirsche, sandig-schmutziger Boden, zahllose Wege, Hundeauslauf und Leute wohin man guckt; wenn man nicht gerade wieder mal ein Wildschwein trifft. Heidelberger sehen gleich das lieblich bewaldete Neckartal vor sich. Darmstädter erinnern sich sofort daran, dass der arme Siegfried vom bösen Hagen in den finsteren Odenwald gelockt und an der allseits bekannten Quelle hinterrücks erstochen worden war. Von Baden-Baden aus sieht man den dunklen Nordschwarzwald, in dem man sogar schon Straßenschilder aufgestellt hat mit der Warnung: Zwerge kreuzen auf 100 m!

Und dann gibt es Leute, die denken: Auwald. Oder: Bergwald. Oder: Hutzelwald – aber das ist gar kein Wald, sondern ein Restaurant.

Baden-Württemberger denken vielleicht statt dessen gleich noch an den berühmten „Hotzenwald“.2 Und „Märchenwald“ ist zwar immer ein Wald, aber stets ein anderer, also, wie wir noch sehen werden, ein Sammelbegriff.

Die Vorstellungen gehen auseinander und sind so reichhaltig wie ein richtiger natürlicher Wald, der kein Forst und keine Plantage ist – um die Verwirrung mal noch ein wenig zu steigern.

Rund ein Drittel der Gesamtfläche Deutschlands ist bewaldet – das entspricht 11,5 Millionen Hektar. Auf dieser Fläche wachsen rund 100 Milliarden Bäume, die zusammen rund 3,7 MilliardenFestmeter Holz umfassen. Betrachtet man den Flächenanteil des Waldes in den einzelnen Bundesländern sieht das Rank