: Jana Voosen
: Acting for Two - oder: Schöner lügen Roman: Romance voller Humor und Gefühl!
: dotbooks
: 9783989529939
: 1
: CHF 1.80
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 280
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Das Glück ist vor ihrer Nase, aber kann sie es auch einfangen? Jenny ist verzweifelt: Die junge Schauspielerin findet einfach keinen Job und noch dazu herrscht auf ihrem Konto gähnende Leere. Wie soll sie nur ihre Miete bezahlen? Doch dann lernt sie in der Bank Thomas kennen, der eine absolute Green Flag ist. Die beiden verlieben sich und Thomas hilft ihr, indem er sie bei sich einziehen lässt. Kurz darauf findet sie sogar ihren Traumjob beim Theater und es sieht so aus, als würde alles endlich gut werden. Da ist nur ein klitzekleines Problem: Jenny stellt fest, dass sie schwanger ist! Wird sie ihre Rolle behalten können - und Thomas?  »Die Autorin hat einen herrlichen Sinn für Humor und der Schreibstil ist einfach perfekt!« Amazon-LeserIn Eine spritzige RomCom für Fans von Mhairi McFarlane und Elena Armas, auch bekannt unter dem Titel »Schöner lügen«.

Jana Voosen, geboren 1976, teilte ihren Eltern bereits im Alter von sechs Jahren mit, dass sie entweder Schauspielerin oder Schriftstellerin werden würde. Folgerichtig absolvierte sie später eine Schauspielausbildung in Hamburg und schrieb parallel dazu ihr erstes Buch. Seitdem veröffentlichte sie zahlreiche Romane und Kurzgeschichten, schrieb Bühnenstücke für das Theater und ist immer wieder in TV-Produktionen zu sehen, vom »Tatort« bis zu internationalen Produktionen wie »Homeland«. Jana Voosen im Internet: instagram.com/janavoosen und facebook.com/HHJaVoo Bei dotbooks veröffentlichte die Autorin »Zuckerwatte mit Chili - Gute-Laune-Geschichten«, »Spotlight on Love«, »Love, Charms and Other Deceptions«, »Chasing Cupid«, »Love by Delivery« und »Fashioned for Love«.

Kapitel 1


 

Man gewöhnt sich einfach nie daran. Auch beim einundfünfzigsten Mal tut es noch weh.

»Töten Sie mich auch! Töten Sie mich, Sie Unmensch – der Sie ein unschuldiges Tier schlachten können, ohne dass Ihre Hand zittert! Oh, ich hasse und verabscheue Sie; zwischen uns ist Blut! Ich verfluche die Stunde, da ich Ihnen begegnete, ich verfluche ...«

»Ja, vielen Dank, Frau ... ähm ... Vorbau, wir melden uns dann bei Ihnen«, ertönt die Stimme von Herrn Gerber, Dramaturg des Glockenwall-Theaters Hamburg. Gerade noch bin ich als August Strindbergs »Fräulein Julie« vor den sterblichen Überresten meines geliebten Zeisigs auf die Knie gesunken. Doch nach dieser unsanften Unterbrechung verwandele ich mich wieder in mich selbst zurück: Jennifer Vorbau. Jaja, ich weiß, rasend komisch! Es ist schrecklich, Vorbau zu heißen! Aber noch schrecklicher ist es, Vorbau zu heißen und Körbchengröße 75A zu haben. Manchmal B! Vor den Tagen!

Ich blinzele in den mit roten Polstersesseln bestückten Zuschauerraum. Die Scheinwerfer blenden, sodass ich nur Umrisse erkennen kann.

»Ich könnte auch noch die Doris aus ›Das kunstseidene Mädchen‹ vorspielen«, biete ich zaghaft an.

»Nein, nein, danke«, wehrt Herr Gerber ab.

»Oder ein Chanson vorsingen?«, schlage ich mit dem Mut der Verzweifelten vor.

»Wir haben gesehen, was wir sehen wollten. Danke.«

Mit diesen schon leicht ungehaltenen Worten wendet er sich dem Regisseur zu, der ebenfalls im Zuschauerraum sitzt. Ich bin abgemeldet. Frustriert fange ich an, meine Requisiten in die mitgebrachte Sporttasche zu stopfen: den Vogelkäfig, den mit Ketchup präparierten Stoffwellensittich, den Seidenschal und die Lackhandtasche für die Doris, wenn ich sie denn hätte spielen dürfen.

Das Theater sucht eine Besetzung für die Liza in Bernard Shaws »Pygmalion«. Ich wäreideal für diese Rolle: klein, zierlich, mit grünen Augen und ewig zerzaustem blonden Kurzhaarschnitt. Also, ich habe mir die Liza zumindest immer genau so vorgestellt! Wenn das doch bloß jemand anderes außer mir auch so sehen würde. Die beiden reizenden Herren im Zuschauerraum tun es jedenfalls nicht. Man braucht kein Hellseher zu sein, um das zu wissen. Nach dem fünfzigsten Vorsprechen hat man das so langsam raus. Wenn sie nur zwei, dieses Mal eigentlich nur eineinhalb Rollen von dir sehen wollen, dann mögen sie dich nicht. Immerhin konnte ich Prinzessin Eboli aus Schillers »Don Carlos« zeigen. Dummerweise war ich aber so aufgeregt, dass die komplett danebenging. Ich beschließe, die Reihenfolge meiner Rollen beim nächsten Vorsprechen zu ändern.

So, ich bin fertig, habe meine Sachen gepackt und stehe etwas unschlüssig und noch immer in dem altmodischen, dunkelblauen Reisekostüm mit dem steifen, weißen Rüschen