: Heinrich Haake
: Geist und Verstand Teil II
: Books on Demand
: 9783819290435
: 1
: CHF 0.50
:
: Religion/Theologie
: German
: 150
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
In der Einleitung des Textes stellt der Autor dar, dass sein Verhältnis zu Gott und Jesus sein gesamtes Denken prägt. Er beschreibt seine Kindheit in Ostwestfalen, wo religiöse Praktiken und der Kirchgang als Indikatoren für ein gutes Leben galten. Besonders prägend war für ihn die Frage des Lebens nach dem Tod, für die er im christlichen Glauben keine zufriedenstellende Antwort fand. Eine Wende erlebte er mit der Erkenntnis, dass Jesus von sich behauptete, vor Abraham existiert zu haben und nach dem Tod zu Gott zurückgekehrt zu sein. Dies habe die christliche Theologie bislang vernachlässigt. Der Autor betont die Bedeutung des Geistes, den er als zentrale Verbindung zwischen Mensch und Gott versteht. Er sieht in den aramäischen Übersetzungen von Pfarrer Günther Schwarz eine authentische Wiedergabe der Worte Jesu, was für ihn eine tiefe spirituelle Erleuchtung darstellte. Die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse über Materie und Geist werden als Bestätigung dieser spirituellen Einsichten interpretiert. Schließlich beschreibt der Autor, wie diese Erkenntnisse sein Leben beeinflusst haben und zu der Überzeugung führten, dass das wahre Sein des Menschen im Geist verwurzelt ist, der über den Tod hinaus Bestand hat.

Der Autor ist 87 Jahre alt, hat stark eingeschränktes Seh- und Hörvermögen und pflegt seine Frau. Er begann erst spät in seinem Leben, sich intensiv mit dem Wesen des Denkens und der Vereinbarkeit seines traditionellen christlichen Weltbilds mit eigenen Überlegungen zu beschäftigen. Auslöser für diesen Wandel war ein Buch von Franz Alt, das ihm eine neue Perspektive auf das Christentum und Jesus eröffnete. Der Autor ist von der Idee fasziniert, dass der Geist Gottes in jedem Menschen wohnt und jeder in sich selbst eine Beziehung zu Gott eingehen kann. Seine Überlegungen und Texte im Buch basieren auf diesen späten spirituellen Erkenntnissen und sind thematisch sortiert, ohne einen strikten logischen Aufbau zu verfolgen.

Geist und menschlicher Geist


Der Geist und die materielle Hülle


Als ich in die Bücher von Franz Alt eingedrungen bin, hat das mein Denken und wohl auch mein Leben auf den Kopf gestellt. Ich war, wie alle Menschen, ausgerichtet auf ein gutes Leben , und dabei war ich schon zufrieden, wenn mir keine unliebsamen Dinge in die Quere kamen.

Was Jesus wirklich gesagt hat, war ja nicht die kleine religiöse Aufmunterung, sondern eine Neufassung des Seins. An dem Punkt hat Jesus die Vorstellungen so radikal erweitert, dass ich jetzt schon jahrelang daran arbeite, die alten Bilder im Kopf verblassen zu lassen und, wie Jesus sagt, die Fackel in die Hand zu nehmen, um immer und immer wieder Teile des Denkens und der gesamten Welt anders zu sehen. Der langen Rede kurzer Sinn liegt in dem Wort Geist begraben. Geist war bislang äußerstenfalls etwas wie Omas Seele, also in Wirklichkeit unwirklich. Der Geist ist aber nicht nur Steuerungsinstrument für das Leben, sondern auch das allumfassende Medium für die materielle Existenz und für alles, was mit dieser Materie passiert, verantwortlich.

Bei der Schaffung des Universums (Urknall) mussten Raum und Zeit für dieses Projekt geschaffen werden, und es musste ein dickes Paket an Energie zur Verfügung stehen, entsprechend dem Grundsatz: Aus nichts kommt nichts . Wir müssen hier so richtig schön religiös auf Gott verweisen, der wohl einige Dimensionen höher angesiedelt ist als unser Verstand. Hier kommt Jesus daher und sagt: Gott ist Geist .

An dieser Stelle musste ich meinen Maurerverstand verlassen und versuchen, mich in den Gefilden des Geistes umzusehen und nach Greifbarem zu suchen. Das ähnelte zunächst eher einem Ertrinkenden, der zu der Rettungsboje schwimmt. Irgendwann kam dann jedoch der Entschluss, es andersher