: Sabine Richter
: Voll behindert, Alter! Ein Sommer am A.... der Welt. Jugendroman - zufällig inklusiv
: Edition Riedenburg E.U.
: 9783990821800
: 1
: CHF 13.20
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: German
: 288
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Ausgerechne tiefster Schwarzwald - geht's noch? Das bedeutete für meinen Bruder und mich einen Sommer am A.... der Welt. Und es kam noch schlimmer. Wir machten dort nämlich keinen Urlaub, sondern zogen für immer ins letzte Kaff. Ganze 23 Häuser. Der Ortskern: ein Zigarettenautomat! In einer Sache waren Jan und ich uns ausnahmsweise einmal einig: Wir wollten zurück nach Düsseldorf in unser altes Leben. Sofort! Einen Plan hatten wir auch. Nämlich so lange rumzunörgeln, bis unsere Eltern genervt einknickten und wir wieder in die Großstadt durften. Doch ständig schlechte Laune zu haben, kann einen auf Dauer ganz schön nerven. Und eigentlich waren manche Leute im Dorf ja auch ganz nett. Besonders dieser Chrissi, die muskelbepackte Sportskanone mit dem Beliebte-Leute-Lächeln. Ob ich bei dem eine Chance haben würde? Immerhin fahre ich Treppenlift statt Vespa. Das sagt alles, oder? Ich finde mein Leben gerade jedenfalls echt voll behindert, Alter! Fazit: Ein überraschend witziger Jugendroman übers Loslassen und Ankommen. Für alle mit Lust auf Porzellankatzen, Lagerfeuer, wilde Kühe, Eimersaufen und allem, was dazugehört. Bonus: Ausführliches Begleitmaterial mit Aufgaben und Übungen zu Inhalt und Themen wie Liebe, Selbstfindung, Inklusion und Diskriminierung Auch zum Einsatz im schulischen Kontext + Kurzfassung und Begleitmaterial in Großdruck und einfacher Sprache Sammle Punkte auf Antolin.de Ein Buch vom Verlag edition riedenburg, Salzburg Alle unsere Bücher findest du auch im Internet.

Wer hat's erfunden? Über die Autorin Sabine Richter wurde 1981 in Düsseldorf geboren. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren vier teils schwer mehrfach behinderten Kindern im Rheinland. Als Sonderpädagogin in Teilzeit lebt und liebt sie ihren turbulenten Familienalltag zwischen Pflege und Abenteuer. Die teils aberwitzigen Begebenheiten hält sie auch in Form von rasanten Geschichten fest. Seit dem Abschluss ihres Studiums des Lehramts Sonderpäda­gogik engagiert sie sich als Elternteil einer sonderpädagogischen Pflegefamilie des Fachdienstes für Pflegekinder mit chronischen Erkrankungen und Behinderungen der Diakonie Düsseldorf. Die Auswirkungen von Hirnschäden, Chromosomenanomalien, globalen Entwicklungsstörungen und Frühtraumatisierung lernte Sabine nach den theoretischen Einführungen im Studium als Pflegemutter nochmal hautnah in der Praxis kennen. Dort, wo der Rollstuhl auf Abenteuerlust trifft, eröffnet Sabine Richter besondere Wege der Selbstfindung, Traumabewältigung und Biographiearbeit für ihre Kinder. Ihr Ziel ist, damit nicht nur die besonderen Bedürfnisse ihrer Kinder im Blick zu behalten, sondern auch ein Bewusstsein im öffentlichen Raum zu schaffen. Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung durch ihre Geschichten auf deren Lebensweg unterstützend zu begleiten ist dabei ihre Hauptintention. 2015 wurde in der Anthologie von Gerth Medien"Wunder im Doppelpack, wahre Geschichten für Teens", Hrsg. Verena Keil, ihr erster Beitrag veröffentlicht. Nun folgt mit"Voll behindert, Alter!" ein Jugendroman in Form einer leicht lesbaren niedrigschwelligen Story. In dieser ist die Hauptprotagonistin körperlich schwerbehindert und auf einen Elektrorollstuhl angewiesen. Inklusion ist ganz natürlich und nebenbei Teil der Lebenswelt der Protagonisten und lässt Raum für eine lustige Liebesgeschichte. Die Option, das Buch auch als Klassenlektüre einzusetzen und die Begleitaufgaben und Anregungen für den Klassenverband in den Unterricht zu integrieren, sieht Sabine als Möglichkeit, Inklusion aktiv zu gestalten. Zudem ist die Geschichte zusätzlich in Großdruck und einfacher Sprache als leicht lesbare Variante für Menschen mit Förderbedarfen in den Bereichen Lernen und Geistige Entwicklung abgedruckt.

Kapitel 8: Das lahmste Fahrgeschäft der Welt


Endlich war es vier, das heißt natürlich 16 Uhr. Ich war total aufgeregt und versuchte, cool zu bleiben. Und so zu tun, als würde ich jeden Tag neue Freunde finden.

Erst überlegte ich, ob ich oben warten und die Tür aufmachen sollte. Aber dann hätte ich so quälend langsam mit dem Treppenlift runterfahren müssen. Das war mir zu peinlich.

Zum Glück hatte Mama eine Idee: „Fahr du nur auf deine Terrasse. Ich schicke die Mädchen dann zu dir.“

So saß ich auf der Terrasse, wartete und versuchte zugleich, beschäftigt zu wirken. Ich hatte mein Tablet in der Hand, weil ich glaubte, dass ich so am normalsten rüberkommen würde.

Und dann kamen sie tatsächlich: Zuerst hörte ich ein Klingeln und dann meine Mutter, freundlich, doch ruhig und zurückhaltend – sie wollte mich wohl nicht blamieren. Gut so.

Emily und Rebecca kamen kurz darauf die Treppe runter und schauten neugierig in mein Zimmer.

„Hallo! Ich bin hier draußen auf der Terrasse!“, rief ich und winkte den beiden etwas ungelenk.

Blöde Spastik!

„Voll geil!“, rief Rebecca begeistert.

„Dein Zimmer ist echt schön und dann hast du noch ne eigene Terrasse!“

Ich freute mich.

„Dann schaut mal in mein Badezimmer. Da habe ich eine Whirlpoolbadewanne!“

„Nee! Oder?“

„Wir dürfen doch mal kurz?“, fragte Emily und ging mit Rebecca ins Bad.

„Hammer!“, fand Emily.

„Voll geil!“, ergänzte Rebecca begeistert.

Dann kamen sie raus zu mir.

„Machst du eigentlich eine Einweihungsparty?“, fragte Emily.

„Boah, bist du dreist!“, schimpfte Rebecca.

„Ich frage ja nur.“ Emily zuckte entschuldigend mit den Schultern.

„Wenn, seid ihr dabei!“, erklärte ich begeistert. „Gibt es denn hier noch mehr Leute in unserem Alter?“

„Meinen Bruder Chrissi. Der ist siebzehn. Und Emilys Freund Karl, der ist neunzehn. Mehr gibt es nicht. Oder hast du noch Geschwister?“

„Mmh. Mein Bruder Jan ist auch siebzehn, wie dein Bruder.“

„Wo ist der denn?“

„Mit meinem Vater einkaufen, müsste gleich kommen.“

Ich hatte das gerade gesagt, da hörten wir, wie oben ein Auto in unserer Einfahrt hielt. Das mussten sie sein. Und tatsächlich kam Jan sofort zu uns gelaufen.

„Hi, ich soll euch Eis bringen“, sagte er und wurde etwas unsicher, als er sah, wie hübsch und normal meine neuen Freundinnen waren. „Ich bin Jan, freut mich!“

„Rebecca!“, nickte ihm Rebecca freundlich zu.

„Emily“, stellte sich Emily kurz vor.

Jan gab jeder von uns einen Ben& Jerry‘s-Eisbecher samt Löffel und setzte sich mit seinem Eis einfach zu uns auf die Terrasse. Sonst wollte er absol