Kapitel 8: Das lahmste Fahrgeschäft der Welt
Endlich war es vier, das heißt natürlich 16 Uhr. Ich war total aufgeregt und versuchte, cool zu bleiben. Und so zu tun, als würde ich jeden Tag neue Freunde finden.
Erst überlegte ich, ob ich oben warten und die Tür aufmachen sollte. Aber dann hätte ich so quälend langsam mit dem Treppenlift runterfahren müssen. Das war mir zu peinlich.
Zum Glück hatte Mama eine Idee: „Fahr du nur auf deine Terrasse. Ich schicke die Mädchen dann zu dir.“
So saß ich auf der Terrasse, wartete und versuchte zugleich, beschäftigt zu wirken. Ich hatte mein Tablet in der Hand, weil ich glaubte, dass ich so am normalsten rüberkommen würde.
Und dann kamen sie tatsächlich: Zuerst hörte ich ein Klingeln und dann meine Mutter, freundlich, doch ruhig und zurückhaltend – sie wollte mich wohl nicht blamieren. Gut so.
Emily und Rebecca kamen kurz darauf die Treppe runter und schauten neugierig in mein Zimmer.
„Hallo! Ich bin hier draußen auf der Terrasse!“, rief ich und winkte den beiden etwas ungelenk.
Blöde Spastik!
„Voll geil!“, rief Rebecca begeistert.
„Dein Zimmer ist echt schön und dann hast du noch ne eigene Terrasse!“
Ich freute mich.
„Dann schaut mal in mein Badezimmer. Da habe ich eine Whirlpoolbadewanne!“
„Nee! Oder?“
„Wir dürfen doch mal kurz?“, fragte Emily und ging mit Rebecca ins Bad.
„Hammer!“, fand Emily.
„Voll geil!“, ergänzte Rebecca begeistert.
Dann kamen sie raus zu mir.
„Machst du eigentlich eine Einweihungsparty?“, fragte Emily.
„Boah, bist du dreist!“, schimpfte Rebecca.
„Ich frage ja nur.“ Emily zuckte entschuldigend mit den Schultern.
„Wenn, seid ihr dabei!“, erklärte ich begeistert. „Gibt es denn hier noch mehr Leute in unserem Alter?“
„Meinen Bruder Chrissi. Der ist siebzehn. Und Emilys Freund Karl, der ist neunzehn. Mehr gibt es nicht. Oder hast du noch Geschwister?“
„Mmh. Mein Bruder Jan ist auch siebzehn, wie dein Bruder.“
„Wo ist der denn?“
„Mit meinem Vater einkaufen, müsste gleich kommen.“
Ich hatte das gerade gesagt, da hörten wir, wie oben ein Auto in unserer Einfahrt hielt. Das mussten sie sein. Und tatsächlich kam Jan sofort zu uns gelaufen.
„Hi, ich soll euch Eis bringen“, sagte er und wurde etwas unsicher, als er sah, wie hübsch und normal meine neuen Freundinnen waren. „Ich bin Jan, freut mich!“
„Rebecca!“, nickte ihm Rebecca freundlich zu.
„Emily“, stellte sich Emily kurz vor.
Jan gab jeder von uns einen Ben& Jerry‘s-Eisbecher samt Löffel und setzte sich mit seinem Eis einfach zu uns auf die Terrasse. Sonst wollte er absol