: Lucas Martainn
: Pionéa Return Teil 3 der Pionéa-Trilogie. Imaginal Fiction: Ein stilles Epos über Heimkehr, Transformation und das Erinnern als Weg in die Zukunft
: Fragment Eight Media
: 9783906318592
: Pionéa-Trilogie
: 1
: CHF 8.70
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 388
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Was ist die Liebe, wenn man sich für sie opfert? Niemand ahnte, welche Opfer Pionéas Rückkehr fordern würde. Das muss sie erst selbst herausfinden. Eine Aufgabe, die Pionéa vor ihre größte Herausforderung stellt. Ist Pionéas Geschichte ein vorgezeichneter Weg, von dem weder sie noch sonst jemand abweichen kann, oder findet sie einen Weg, aus dem Unausweichlichen neue Möglichkeiten zu schöpfen? Der dritte Band der Pionéa-Trilogie folgt Pionéa ganz nah und bewegt sich leise dorthin, wo Einsamkeit in Berührung übergeht und die Stille eine Stimme findet. Ein Roman, der nicht nur erzählt, sondern in dem Sprache zum Raum wird und jeder Mensch darin zur lebendigen Hoffnung. Mit einem Feingefühl für das, was nur leise existiert, und einer Sanftheit, die nachklingt, führt Lucas Martainn die Trilogie zu ihrem Ende - und zugleich darüber hinaus.

»Es ist ein Privileg, etwas mit nach Hause zu bringen, das vielleicht nicht sofort greifbar ist, sondern eher eine eigentümliche Überraschung darstellt. Es bedeutet, dass du an einem weit entfernten, wahrscheinlich einsamen Ort warst, das Unmögliche berührt und es lebend zurückgeschafft hast.« Lucas Martainn lebt mit seiner Familie in der Schweiz.

Kapitel 1


Sanft berührte das Licht die Rückkehr des Tages.

Ein Hauch flüsterte ihr ihren Namen ins Ohr.

Pionéa.

Sie atmete tief ein und kehrte zurück.

Spürte dem Gespräch mit ihrem Vater nach.

Alles in seiner eigenen Gegenwart.

Langsam öffnete sie die Augen.

Über ihr erwachte die Dämmerung.

Behutsam drehte sie den Kopf. Zwischen den vom Wind bewegten Gräsern saß ein Hase, betrachtete sie und verschwand dann mit weißem Hinterteil in den Dünen.

Das Meer rauschte dumpf und gleichmäßig.

Die Gräser flüsterten vom Erwachen des Tages.

Pionéa richtete sich auf. In der Dämmerung erreichten helle Wellenkämme auf schwarzem Wasser den sanft schimmernden Strand.

Sie taten es ruhig und gelassen.

Unweit des Strandes zeichneten sich dunkel kleine Inseln ab, die jetzt keine Inseln waren. Das Wasser hatte sich zurückgezogen. In diesem Zwischenreich, mal Land, mal Meer, standen die Vögel noch reglos und warteten auf das erste Licht.

Die Dämmerung hatte es nicht eilig. Die Vögel wussten das und ruhten geduldig im Verborgensein. Pionéa konnte sich noch daran gewöhnen, dass sie dieses Zwischenlicht länger auskosten konnte, als sie es gewohnt war.

Sie lauschte dem Licht entgegen. Stand auf.

Das Rauschen der Wellen wurde heller. Der Wind spielte mit ihrem Haar wie mit den Gräsern. Sie spürte den Boden unter ihren Füßen und stand still. Schaute. Horchte. Die Wellen und die Steine erzeugten zusammen einen Klang, als würden Mönche in tiefen Tönen heilige Texte singen.

Alles bewegt sich, klangen die Wellen durch Pionéa. Nichts verändert sich so, dass es nicht wiederkehrt, sang die Dämmerung. Alles, was sich verändert, verändert sich, weil es wiederkehrt, sagte ihr