: Oliver Janik
: Kopfjudo
: Books on Demand
: 9783819221507
: 1
: CHF 7.90
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 224
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Oliver Janik erzählt in Kopfjudo die Geschichte von drei Menschen, denen etwas entglitten ist, die etwas verloren haben. Und es auf ihre Art und Weise wiederfinden. Oder wiederfinden wollen. Star-Werber Paul hat alles im Griff. Seine Kunden, Kollegen, Frauen. Und abends seinen Sancerre. Dabei ist er tief verunsichert und alleine, sein Tempo ist allerdings viel zu hoch, um das zu erkennen. Seine Freundin Sophie hat das erkannt und hat sich im vielleicht letzten Moment seinem Griff entzogen. Doch nun ist auch sie alleine. Alles wird zu viel, Paul kommt nicht mehr klar, da trifft er zufällig auf den Journalisten HaPe Lürremann, auch am Ende seiner Kräfte, aber doch ein Lebensretter, Pauls Lebensretter. Kopfjudo ist eine atemlose Liebesgeschichte von Menschen, die ungebremst durch ihre Leben driften und deren Tangenten sich doch irgendwann wieder berühren. Vielleicht. Es ist eine Abrechnung mit einer Welt, die sich sagt, sie funktioniert. Aber eben gar nicht funktioniert. Ein Roman voller Zuversicht. Das weiß man allerdings erst ganz am Schluss. Bis dahin ist es ein großes Vergnügen.

Oliver Janik, Jahrgang 1972, hat über 25 Jahre in Marketing- und Kommunikationsagenturen gearbeitet. Heute ist er als Coach und Berater selbständig und lebt mit Familie in Berlin. Kopfjudo ist der erste Roman des Autors. Texte und Miniaturen findet man auf seinem Blog: https://www.oliverjanik.wordp ess.com

KAPITEL 1


Paul


Köln im Februar.Coaching-Akademie Harro Andersen.

Harro Andersen.: »Nochmal, Herr Keller, warum sind Sie hier?«

Paul: »Anika.«

H.A.: »Anika?«

Paul: »Anika Liebermann. Kollegin.«

H.A.: »Anika Liebermann. Kollegin. Aha. Nur noch mal zu meinem Verständnis: Das ist jetzt Ihre finale, Ihre umfängliche Antwort auf die Frage, warum Sie aus Berlin nach Köln gekommen sind und mir und einem Espresso gegenübersitzen?«

Paul: »Ja.«

H.A.: »Okay. Für mich fühlt sich das an, als wollten Sie das hier einfach nur abhaken. Durchstehen. Rausgehen. Dann weitermachen wie immer. Warten Sie, ich hole uns das Briefing von Andreas noch mal vor … Sekun