Prolog: Wie gerne würde ich meine Vergangenheit vergessen
„Nur ein Tor würde seine kostbare Kindheit, in der sich Gehirn und Körper rasant entwickeln, bloß mit Spielen verbringen. Soziale Umgangsformen lassen sich auch später noch problemlos aneignen. Daher ist es unabdinglich, die angeborenen Talente bis zum Äußersten zu schulen, solange dies noch möglich ist. All den anderen Narren wird dann im Erwachsenenalter klar, dass ihre Entwicklung längst zum Erliegen gekommen ist. Aber dann ist es zu spät. Hast du das verstanden, Masachika?“
Dies pflegte Masachikas Großvater häufig zu sagen. Die Jugend war für ihn ein wertvoller Lebensabschnitt, in der man nach Herzenslust wachsen konnte. Entsprechend galt es , sie nicht zu vergeuden. Wer zuerst hart an sich arbeitete, würde später allen Widrigkeiten trotzen können.
„Ich stelle dir das ideale Lernumfeld und die besten Lehrer zur Verfügung. In dir schlummert ein Talent, welches den Talenten aller anderen weit überlegen ist. Ich werde alles daran setzen, das Beste daraus zu machen.“
Damit hatte er nicht gelogen. Ganz gleich, ob Naturwissenschaften, die schönen Künste oder Kampfkünste – Je mehr Unterricht Masachika zuteil wurde, desto offensichtlicher wurde ihm selbst seine Weiterentwicklung. All das Lob seiner Eltern und Lehrer erfüllte ihn mit Stolz.
„Hey, Suou! Kommst du auch mit?“
„Das kannst du dir sparen. Er wird nicht mitkommen, selbst wenn du ihn einlädst.“
Heute stand immerhin der Klavierunterricht an. Videospiele? Welchen Nutzen könnte man daraus ziehen, wenn man sich darin üben würde? Masachika war nicht wie diese Kinder. Er musste mit aller Kraft die Grenzen seines Talents ausloten. Doch vor allem musste er die Erwartungen seines Großvaters erfüllen.
„Du kannst jetzt schon so gut Englisch sprechen? Das ist wirklich beeindruckend, Masachika.“
Danke, aber das ist längst nicht ausreichend, Mutter. Ich habe noch viel Luft nach oben.