: Sherrie Campbell
: Mit der Familie brechen Toxische Beziehungen beenden - unbeschwert leben und lieben
: Junfermann Verlag
: 9783749506514
: 1
: CHF 21.70
:
: Familie
: German
: 192
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Familienmitgliede sind unsere ersten und oft lebenslangen Bezugspersonen. Doch was passiert, wenn diese engsten Vertrauten uns körperliches oder seelisches Leid zufügen oder uns für ihre Zwecke missbrauchen? Eine Trennung wird dann zum Akt des Selbstschutzes. Was so logisch klingt, ist in der Praxis eine der schwersten Entscheidungen, die Kopf und Herz gleichermaßen bejahen müssen. Sherrie Campbell, Expertin und selbst Betroffene, bietet in ihrem Buch alltagspraktische Hilfen für Menschen, die unter toxischen familiären Beziehungen leiden und einen Ausweg suchen. Das Buch ist eine Schatztruhe voller Informationen und emotionaler Unterstützung, die dabei helfen, gesunde Grenzen zu setzen. Es wird klar: Bei der Trennung geht es nicht darum, anderen die eigene Entscheidung verständlich zu machen, sondern darum, den Mut aufzubringen, sich zu befreien. Es ist ein langer Prozess, sich selbst zu erlauben, mit der Familie zu brechen. Doch dieser Weg lohnt sich, denn er ermöglicht Heilung und persönliches Wachstum.

Sherrie Campbell, Ph.D., hat sich darauf spezialisiert, Menschen zu helfen, sich aus toxischen Beziehungen zu lösen. Sie arbeitet in eigener Praxis in Orange County, Kalifornien.

Einleitung: Sie haben die Erlaubnis


Die Entscheidung, mit der Familie zu brechen, ist eine Aufgabe für Körper, Geist und Seele. Grenzen zu ziehen, die einen vollständigen oder weitgehenden Kontaktabbruch bedeuten, setzt voraus, dass Sie blind darauf vertrauen, Ihr Leben allein besser bewältigen zu können.Vollständiger Kontaktabbruch bedeutet, dass ab sofort jeder direkte oder indirekte physische, verbale oder schriftliche Kontakt zwischen Ihnen selbst und der betreffenden anderen Person oder Personengruppe untersagt ist. Diese Entscheidung muss in der festen Überzeugung getroffen werden, dass es Ihnen allein, ohne Ihre Familie, nicht nur „einigermaßen gut“ gehen wird, sondern besser als einigermaßen gut. Ihre Definition von „einigermaßen gut“ muss nicht unbedingt dem entsprechen, was Sie erhofft oder sich ursprünglich vorgestellt haben, aber ich versichere Ihnen, dass es auch unter diesen Umständen durchaus möglich ist, ein gesundes, zufriedenes Leben zu führen.

Die Grenzen, bei deren Festsetzung und Aufrechterhaltung ich Ihnen in diesem Buch helfen werde, können die emotionale und mentale Sicherheit herstellen, die Sie Ihr ganzes Leben lang gebraucht haben. Diese Grenzen bringen Ihnen die langersehnte Entlastung von dem Druck und den Zwängen, die Ihre Familie Ihnen auferlegt hat. Sie ermöglichen es Ihnen, Ihr Leben frei von den ständigen Manipulationen, der Kontrolle, der Dramatik und den manipulativen Spielchen Ihres toxischen Familiensystems zu leben.

Dennoch habe ich am eigenen Leib erfahren, dass der Bruch mit der Familie zwei konkurrierende emotionale Seiten hat. Er ist einerseits total befreiend. Wir können stolz darauf sein, endlich für unser Recht, als der Mensch, der wir sind, geliebt zu werden, einzustehen. Andererseits sind untergründige Selbstzweifel und toxische Schamgefühle nicht zu leugnen, die uns auf unserem weiteren Weg zusetzen und uns manchmal fragen lassen, ob wir womöglich einen furchtbaren Fehler gemacht haben.

Warum? Weil es um unsere Familie geht. Wer sehnt sich nicht nach einer liebevollen Familie? Wer braucht sie nicht? Jeder ersehnt und jeder braucht sie.

Das System, in dem psychisch missbräuchliche Familienmitglieder agieren, weigert sich, andere Denk- und Verhaltensweisen als die eigenen anzuerkennen. In toxischen Familiensystemen gibt es keinen Platz für Veränderung, für andere Vorstellungen, für flexibles Denken oder geistig aufgeschlossene Menschen. Wir haben dies toleriert, indem wir uns dem emotionalen Missbrauch gefügt haben. Dadurch wurde die gesunde Entwicklung der Individualität, Freiheit, Liebe und Zufriedenheit, auf die jeder Mensch ein Recht hat, untergraben.

Eine toxische Familiendynamik beruht weitgehend auf dem Paradigma des Gruppendenkens, demzufolge die gesamte Denkweise der Gruppe und alle Entscheidungen, die sie trifft, in krassem Gegensatz stehen zu der Kreativität, Unabhängigkeit oder individuellen Verantwortung einzelner Familienmitglieder. Toxische Familiensysteme funktionieren, weil ihm zahlreiche Mitglieder angehören, die stark sind, wenn Gruppenzwang als Einschüchterungsmethode angewendet wird und Sie ein unschuldiges Kind sind. Dieser Art von Einschüchterung waren Sie seit frühester Kindheit ausgesetzt.

Als Psychologin, Forscherin, Lernende und Behandlerin weiß ich, dass niemand imstande ist, sich selbst als der Mensch, der er ist, kennenzulernen, weiterzuentwic