: Axel Becker-Zöllner
: Der Orca im Karpfenteich
: Books on Demand
: 9783819291135
: 1
: CHF 6.60
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 208
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Manchmal muss die Geschichtsschreibung korrigiert werden. Das kann nachhaltige Folgen haben. Eine Gruppe startet aus Südamerika in eine ungewisse Zukunft. Die Menschen sind auf der Flucht aus der Sklaverei um das Jahr 1200. Sie stehlen ein Schiff und erreichen tatsächlich über den Atlantik die französische Küste. Der Orca im Karpfenteich ist ein Roman nicht über die Entdeckung Amerikas durch die Europäer, sondern die Entdeckung Europas durch eine Gruppe der Maya.

Geboren 1954 in Hannover, in der ländlichen Idylle eines niedersächsischen Dorfes der 60iger Jahre groß geworden. Nach dem Studium zum Sozialpädagogen und Lehrer als Bildungsreferent und Betreiber dreier Bildungshäuser über 30 Jahre tätig. Technikaffin, auch wenn sie öfter mal nicht funktioniert. Er hat mit Ahnenforschung angefangen und seine Familiengeschichte seit dem 17. Jahrhundert in Romanform niedergeschrieben. Er lässt sich nicht auf einen Stil festlegen: Humor, Tatsachen, Fantasie oder Krimi. Immer überraschend.

Atoc


In der Welt des jungen Atoc ist jeder Tag ein mühsamer Kampf, ein endloser Zyklus von Pflichten und Ritualen, die kaum Raum für Freude oder Ruhe lassen. Von der Morgendämmerung bis zum späten Abend befindet sich Atoc in einem ständigen Zustand des Arbeitens, Lernens oder der Vorbereitung auf eine Zukunft, die vorgezeichnet und unveränderlich scheint. In der Mitte des undurchdringlichen Dschungels, wo die Sonne kaum durch das dichte Blätterdach dringt, blinzelt der junge Maya einem immer gleichen Tag entgegen. Obwohl seine Welt noch von beeindruckenden Tempeln und manchmal lebhaften Märkten umgeben ist, erahnt man unter der Oberfläche ein Gefühl der Ausweglosigkeit – einer Zivilisation am Abgrund. Der Morgen beginnt mit einem Frühstück aus Mais und Kakao, gewürzt mit einem Hauch von Chili, das mehr an ein Ritual als an eine Mahlzeit erinnert. Selbst das einfache Frühstück, das niemals anders als aus Tortillas, Maisbrei und scharfem Kakao besteht, wird hastig verzehrt, um die kommenden Verpflichtungen rechtzeitig bewältigen zu können. Die religiösen Rituale, die folgen, sind keineswegs eine Quelle des Trostes, sondern drückende Erinnerungen an die zwingenden Erwartungen der Götter und der Gemeinschaft. Selbst das Essen, das Leben in sich tragen sollte, scheint nur ein weiteres Symbol der ewigen Wiederholung zu sein. Die Gebete und religiösen Zeremonien, die folgen, sind nicht nur ein Versuch der