: Heinrich Stapel
: Über das Leben in Naturwissenschaft und Philosophie Fragmente meiner Gedankenwelt
: Books on Demand
: 9783819222290
: 1
: CHF 6.10
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: Philosophie
: German
: 138
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
"Wissenschaft erweitert, Philosophie ordnet die Welt" Unsere Worte sind leer. Sie tragen keine Gedanken. Das ist das Verhängnis unserer Zeit. So sollte nicht das Wissen, sondern das Verstehen das Gebot unserer Zeit sein. Wir müssen umdenken, dem Menschen wieder die Position geben, die ihm zukommt, sodass er wieder Mittelpunkt seiner Welt wird, im Einklang mit der Natur.

Heinrich Stapel wurde am 25.10.1945 in Polen geboren. Erst mit 13 Jahren fing er nach seiner Übersiedlung nach Deutschland an die deutsche Sprache zu erlernen. In der DDR absolvierte er sein Diplom als Chemie-Ingenieur, doch seine eigentlichen Interessen lagen in den Gebieten der Geschichte, Kunst und Philosophie. So beschäftigt sich Heinrich Stapel seit 50 Jahren mit gedanklichen Theorien über die geistige Welt, das Leben, den Menschen und seiner Sprache. Mit seinem Lebenswerk versucht er die Missverhältnisse der heutigen Gesellschaft aus einer völlig neuen Perspektive zu beleuchten und Lösungsansätze darzubieten.

I. PHILOSOPHIE


1. Begriffsbestimmung


Hiermit möchte ich unmissverständlich zum Ausdruck bringen, dass die Philosophie, von der ich hier rede, keine Wissenschaft ist. Sie forscht nicht. Sie kann nur verstanden werden, wenn man sie nicht mit der Wissenschaft vermengt, sondern scharf voneinander trennt, die Unterschiedlichkeit erkennt. Es gibt viele Kenner der Philosophie, aber wohl nur wenige Philosophen, die diesen Namen verdienen, denn die meisten von ihnen denken nicht philosophisch, sondern wissenschaftlich, nicht ganzheitlich, sondern empirisch. Das bedeutet, dass das philosophische Denken beim Ganzen beginnt und in das Detail mündet, während das wissenschaftliche Denken beim Detail anfängt und sich nach und nach dem Ganzen nähert, es aber nicht erreicht.

Doch was bedeutet Philosophie? Die Philosophie lehrt das Denken. In der Philosophie nimmt der Mensch eine zentrale Rolle ein, er ist das Maß und der Bezugspunkt aller Dinge. Die ersten und letzten Fragen kommen von der Philosophie: Was ist die Welt, was ist der Mensch, was ist das Leben? Philosophie beschäftigt sich nicht mit Dingen, sondern mit Zuständen, Beziehungen, Verhältnissen, Geschehnissen, nicht mit Tatsachen, sondern deren Wertungen.

2. Die Griechen


Die antiken Griechen waren bis heute wohl die bedeutendsten Denker. Als der griechische Weltgeist erwachte, genügte es den Menschen nicht nur zu sein. Sie wollten wissen, wie, warum die Welt wurde, wollten wissen, nach welchen Gesetzen das Weltgeschehen waltet, wer sie sind, was sie sollen, was das Ziel, der Sinn des Lebens ist. Mit Fragen beginnt das Denken. Sie dachten jedoch ganz anders als die meisten heute, denn die Griechen waren sich ihrer Geistigkeit bewusst. Die Philosophen erklärten die Welt mit erstaunlichen Gedanken. Gedanken, die wir verloren haben, weil sie mit dem vielen Wissen, das wir haben, zugeschüttet wurden. Denken und Wissen unterschieden sich damals noch nicht. Die Krone des Denkens bildete die Philosophie.

Die Philosophen strebten nicht nach den Erkenntnissen der Sinne. Sie wussten, dass sie trügerisch sind. Forschen wäre unter ihrer Würde gewesen. Sie taten es bewusst nicht. In der Antike herrschte ein lebendiger Geist. Das ganze Universum wurde als ein lebendiges Ganzes aufgefasst