: Tim Brandt
: Lieben und lieben lassen Wie du deine Ehe liebevoll öffnen kannst, ohne dass sie zerbricht
: Books on Demand
: 9783819259791
: 1
: CHF 7.00
:
: Partnerschaft, Sexualität
: German
: 168
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Was, wenn ein leidenschaftliches Abenteuer außerhalb eurer Beziehung euch nicht trennt, sondern verbindet? In diesem einfühlsamen, persönlichen Ratgeber erzählt Tim Brandt von seinem Weg in eine offene Ehe - und den Herausforderungen, Ängsten und Chancen zu wachsen, die er gemeinsam mit seiner Partnerin erlebt hat. Mit viel Offenheit, Reflexion und einem liebevollen Blick auf Beziehung, Sexualität und Freiheit zeigt das Buch, wie alternative Beziehungsformen gelingen können. Ein praktischer Begleiter für alle, die selbst neue Wege gehen - oder plötzlich mit ihnen konfrontiert werden.

Tim Brandt ist Familienvater und zusätzlich zu seinem Vollzeitjob freier Autor und Trainer. Nach vielen Jahren klassisch-monogamer Ehe öffnete er gemeinsam mit seiner Partnerin Schritt für Schritt die Beziehung - und fand sich mitten in einer intensiven persönlichen Entwicklung zwischen Nähe, Freiheit, Eifersucht und Liebe wieder. In seinem ersten Buch teilt er seine Erfahrungen und Impulse aus über fünf Jahren gelebter Beziehungspraxis mit einem offenen Blick auf alternative Lebensmodelle.

1. Normal – was ist das?


Was die geltende Norm, also „normal” im Wortsinn, ist, wird entweder willkürlich festgelegt – oder es bestimmt sich durch das, was die Mehrheit befürwortet, was am häufigsten vorkommt oder wie die meisten sich verhalten. Ein Standard wird festgelegt oder ergibt sich aus den Umständen, wird akzeptiert, dann verbreitet angewendet und ist schließlich allgegenwärtig. Was also Normalität ist, ist keineswegs gottgegeben oder vorgezeichnet, sondern ändert sich ständig durch Vorgaben und äußere Umstände – und seine Verfestigung in der Gesellschaft ist ein dynamischer Prozess. Um das an einigen Beispielen zu verdeutlichen, kannst du dir vor Augen führen: Noch in den 1970er-Jahren war es ganz normal, dass in Restaurants, im Büro und in der Bahn geraucht wurde, dass die Menschen ohne Gurt in hohem Tempo über die Autobahn fuhren und Frauen nur arbeiten durften, wenn das „mit ihren Pflichten in Ehe und Familie vereinbar” war. Bis 1969 standen homosexuelle Handlungen in Deutschland gemäß §175 unter Strafe, der erst 1994 gänzlich aus dem Strafgesetzbuch gestrichen wurde, und bis 1990 durften im Kanton Appenzell Innerrhoden in der Schweiz Frauen nicht wählen gehen. All das scheint uns schon jetzt, also nur wenige Jahrzehnte später, wie aus der Zeit gefallen und alles andere als normal, sogar zum Teil absurd, und das ist sehr gut so. Es zeigt vor allem, wie schnell sich gesellschaftliche Normen verändern können. Was heute noch völlig unvorstellbar ist, kann morgen schon