Wie ein Kettenbrief zu eindringlicher Quasselei auswucherte
Jette Pedersen ist mir aus einer Kettenbriefbeteiligung geblieben. Unentwegte Briefmarkenfreunde weltweit hatten sich ein Forum geschaffen, um mit Tauschpartnern in Kontakt zu kommen: „The Forever Stamp Exchanger“. Ich habe nichts dagegen einzuwenden, wenn die Kette weiterhin wie ein Spinnennetz über den Globus zieht, unbeschadet davon, dass sowohl Jette als auch ich an der Briefmarkensammelei ermüdet sind.
Diese Kette ist ausnahmsweise harmlos; sie greift dem Teilnehmer nicht ins Portemonnaie und spielt auch nicht Schicksal. An Kosten fallen lediglich die Portis an, um 50 gestempelte Briefmarken zu versenden, also Briefporto. Der Teilnehmer schicke seine Briefmarken an die erste Adresse auf der Liste, die nicht ausgestrichen ist, und streiche diese hernach aus. Den eigenen Namen mit Adresse positioniere man ans Ende der Liste und diene der Kettenwirkung, indem man mindestens fünf Kopien der Liste an Briefmarkenfreunde weitergibt. Das ist schon alles.
Und es funktioniert. Ich zum Beispiel erhielt meine erste Sendung von einem US-Soldaten von den Philippinen.
So meint man. Und so dachte ich auch. Wenn sich nur nicht weltverbreitete Geschwätzigkeit einmischte, persönliche Notizen auf Zettelchen zu kritzeln und dem an sich neutralen Kettenbrief beizuschmuggeln!
Die Partnerin auf meiner Liste, der ich mein Markenpäckchen zu schick