: Asato
: 86 - EIGHTY-SIX (deutsche Light Novel): Band 2 - Im Laufschritt übers Schlachtfeld (Teil 1)
: JNC Nina
: 9783989618916
: 1
: CHF 7.10
:
: Kinder- und Jugendbücher
: German
: 280
: DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB

Ein unbekanntes Land. Ein neues Leben. Eine neue Heimat?
Nach ihrer hoffnungslosen Aufklärungsmission kehrten sie der Republik den Rücken. Im Nacken die Erinnerung an ein Schlachtfeld ohne Wiederkehr. Vor ihnen eine neue Welt.
Weit im Osten, jenseits der Schlachtfelder der Legion, wurden Shin und seine Freunde vom einstigen Imperium, der Giad-Föderation, aufgenommen. Für einen Eighty-Six war es nur natürlich, seinen Rettern nicht auf Anhieb zu vertrauen. Was war der Grund für ihre Gastfreundschaft? Wer war dieses sonderbare Mädchen, das Shin an jemanden aus seiner Vergangenheit erinnerte? Und warum verspürte jeder von ihnen den Drang, aufs Schlachtfeld zurückkehren zu wollen? Es gab nichts, was sie zu verteidigen hatten und nichts, wofür es sich zu kämpfen lohnte. Trotzdem konnten sie dieses Leben, das ihnen einst aufgezwungen wurde, nicht zurücklassen. Etwas blieb noch immer unerledigt. Und so ging es weiter für sie: Im Laufschritt übers Schlachtfeld.

„Verdammt, was treiben die Kanoniere überhaupt? Wir brauchen Feuerschutz!“

Der Kompanieführer der Kanoniere schnauzte sie aus seiner Position als Heckkanonier über die Funkverbindung an. Unter dem Lärm der achtbeinigen Maschinen, dem gewaltigen Donnern der Panzerabwehrgeschosse und dem Aufheulen der Energiepakete war das Sprechen mit bloßer Stimme selbst aus kurzer Distanz unmöglich gewesen. Dessen war sich der Kompanieführer natürlich bewusst. Durch das andauernde Ausschwärmen der Eintagsfliegen konnte man sich in der damit einhergehenden Dunkelheit weder auf Radar und Sensoren noch auf seine Augen verlassen. Der Kampf gegen die Legion wurde immer mit einem Überraschungsangriff eröffnet. In von Schrammen übersäten Exoskeletten wurden die Infanteristen mit ihren 12,7-mm-Maschinengewehren im Gefecht mit den Grauwölfen in ihren Schützengräben überrannt. Die standhaften, doppelt gepanzerten und mit unvergleichlich starken 170-mm-Panzergeschossen ausgerüsteten Vánagandr wurden aufgrund ihrer mangelnden Manövrierbarkeit von den Legion zum Narren gehalten und zerstört. Gegen diese wahrhaftigen Killermaschinen der Legion kamen sie mit ihrer menschlichen Reaktionsfähigkeit nicht an. Außerdem waren die Vánagandr viel zu langsam. Auch wenn sie mit ihrer einfachen Marschgeschwindigkeit mithalten konnten, waren sie ihnen in Beschleunigung, Bremskraft und der maximalen Manövrierbarkeit tödlich unterlegen.

„Bleibt standhaft! Selbst wenn ihr euch zurückzieht, lassen sie euch nicht entkommen!“

„Kommt her, ihr Blechbüchsen! Werden wir zum Schild für unser Land und unsere Geschwister! Das ist unsere verdammte Pflicht!“

„Verdammte Scheiße! Weder werde ich sterben, noch lasse ich zu, dass ihr mich mitnehmt!“

Flüche und Kanonenkugeln ließen die todesmutigen Infanteristen auf die stählernen Bestien einprasseln. Mit einem Fuß im Grab schmetterten ihre Schreie durch die Funkverbindung.

Eugene knirschte mit den Zähnen, als die Schreie ihrer widerständigen Entschlossenheit erschallten.

Plötzlich blinkte etwas auf. Es geschah in dem Moment, als sie das Signal erreichte, das sie über ihre Hilfeleistungsforderung informierte. Ein Spalt tat sich im blauen Schleier des Mondes und der Dunkelheit auf, als mehrere Artilleriegeschosse herangeflogen kamen. Mit außergewöhnlicher Genauigkeit erreichten sie die oberen Reihen der Legion-Formation. Einige von ihnen schlugen ein, andere explodierten und ließen ihre Streumunition in einem Regenschauer niederprasseln. Es war ein gottgleiches Bombardement, das nicht nur die gefächerte Formation der Fußsoldaten gezielt verfehlte, sondern auch die meisten Legion-Einheiten miteinschloss, die sich in dessen Wirkungsradius befanden. Mit einem Mal verstummten die dünn gepanzerten Ameisen-Einheiten und die Grauwölfe koppelten ihre getroffenen Mehrschuss-Raketenwerfer von ihrem Rückgrat ab. Während die leichten Typen der Legion dezimiert wurden, ließen die Löwen ihre unversehrten Geschütztürme umherschwen