: Ralph Neubauer
: Finale Curioso Südtirolkrimi Band 12
: Athesia-Tappeiner Verlag
: 9788868398378
: 1
: CHF 8.80
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 352
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Mehrfacher Mord in einer Bozener Villa, ein Betrugsfall, der Staub aufwirbelt, und ein scheinbar gewöhnlicher Diebstahl stehen im Mittelpunkt des kriminellen Geschehens. Es zeichnet sich ein undurchsichtiges Gefüge aus Einfluss, Macht und Manipulation ab. Das zwingt die bekannten Figuren, Entscheidungen zu treffen. Die Rollen ändern sich, jeder nimmt eine neue Position ein. Im Finale Curioso bleibt nichts so, wie es war. Das Leben ist wie ein Fluss und das Wasser findet seinen Weg, egal, wie der Untergrund beschaffen ist. Die Figuren des Krimis treiben auf der Wasseroberfläche mit dem Strom. Dieser Krimi spielt an einem fiktiven Ort in Bozen, aber vor allem an authentischen Orten im Dorf Prissian, wo die Krimiserie ihren Anfang genommen hat. Sie endet auch hier.

Ralph Neubauer, 1960 in Düsseldorf geboren, lebt seit 1987 in Haan im Rheinland. Er ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. Vor seiner Pensionierung war er vier Jahre bei Amtsgerichten und 36 Jahre im Justizministerium in Düsseldorf in verschiedenen Positionen tätig. Seit 2010 schreibt er für den Athesia-Tappeiner Verlag die erfolgreiche Reihe Südtirolkrimi, mit der er sich an Geschichte, Tradition, Brauchtum, Lebens- und Denkweise in Südtirol herantastet.

Sonntag


Null


Wo ist er hin? Was hat er vor? Ist er weg? Ist er unverrichteter Dinge abgehauen? Sie stellte sich diese Fragen nicht bewusst. Im Gegenteil befand sie sich nahe an einer Bewusstlosigkeit. Zu viele Schläge gegen den Kopf, zu viele Fausthiebe in die Rippen, in den Bauch, in die Nieren. Sie hatte sich übergeben, aber er hatte auch dann nicht von ihr abgelassen.

»Rück die Nummer raus!«, hatte er sie angeschrien. »Rück sie raus oder ich schneide dir die Kehle durch!«

Er hatte sie an einen Stuhl gefesselt. Bewegungsunfähig war sie. Ihr Kopf dröhnte, pochte, schmerzte.

Der Mann war reingekommen, hatte ihr keine Sekunde Zeit zum Überlegen gelassen. Sofort war er mit harten Schlägen auf sie losgegangen. Sie wusste nicht gleich, was er meinte. Aber klar, er wollte die Kombination für den Tresor. Gleich hinter ihrem Schreibtisch. Ein Überfall. Sie war allein gewesen. Niemand war da, der ihr hätte beistehen können. Es hätte dieser Brutalität nicht bedurft. Gegen den Mann hätte sie ohnehin keine Chance gehabt, sie hätte ihm den Safe geöffnet.

Eins


»Was macht Papa da?« Die Zwillinge Paula und Frieda beobachteten durch die Ritzen des Scheunentores ihren Vater, der unter dem Nussbaum saß und sich nicht rührte.

»Papa meditiert«, sagte Laurin, ihr großer Bruder.

»Was ist das, meditieren?«, fragte Paula und kicherte, weil