: Mary Ryan
: Irisches Glück Irland-Roman
: dotbooks
: 9783989529823
: 1
: CHF 2.70
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 394
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Frau (45) sucht Märchenprinz für Neuanfang Polly hat genug! Schluss mit dem eintönigen Hausfrauendasein im irischen Vorort ... Ein neues Abenteuer muss her - und das beginnt für Polly mit einer Kontaktanzeige in einer Zeitung. Denn für einen Märchenprinzen ist es auch mit 45 noch nicht zu spät, oder? Und tatsächlich, ein geheimnisvoller Witwer namens Keith meldet sich mit einem Brief, der ihr Herz höherschlagen lässt. Einziger Haken: Er lebt in London. Aber für die Chance auf ein Happy End ist Polly bereit, ihre grüne Insel zu verlassen. In London angekommen, muss sie jedoch feststellen, dass Keith von seinem Glück noch nichts weiß ... Wird sie das Herz dieses verschlossenen Mannes erobern? Oder kehrt sie mit einem Koffer voller Träume und einem gebrochenen Herzen nach Irland zurück? Ein warmherziger und humorvoller Liebesroman der irischen Bestsellerautorin für Fans von Liv O'Malley und Nora Roberts!

Die irische Autorin Mary Ryan begann ihre berufliche Laufbahn als Lehrerin in England, bevor sie nach Dublin zurückkehrte, um Jura zu studieren. Sie arbeitete in einer Anwaltskanzlei, bevor sie den Entschluss fasste, sich ganz der Schriftstellerei zu widmen. Ihr erster Roman »Ein sanftes Flüstern im Wind« erreichte ein breites Publikum und verkaufte sich über 300.000 Mal. Seitdem widmet sie sich mit Begeisterung dem Schreiben neuer Geschichten. Mary Ryan veröffentlichte bei dotbooks bereits ihre Irland-Romane »Ein sanftes Flüstern im Wind«, »Irisches Glück«, »Träume in der Ferne«, »Irischer Wind«, »Das Geheimnis von Glenallen«, »Ein irischer Sommer«, »Das Schloss an der irischen Küste«, »Zwei irische Herzen« sowie ihren Tatsachenroman »Drei irische Frauen« und ihren Italien-Roman »Wiedersehen in Florenz«.

Kapitel 2


 

Die junge Frau stand vor der Tür und hielt eine Flasche Wein im Arm. Polly holte sie rasch aus dem schneidenden Wind herein, nahm ihre Hand und begrüßte sie herzlich. Michelle schien um die dreißig zu sein. Sie trug ihre langen schwarzen Haare nach hinten gekämmt. Ihr Parfum wehte in kleinen Wolken heran, die bernsteinfarbenen Augen leuchteten aus dem ungetrübten Weiß. Sie war schön, was aber nicht in einer Regelmäßigkeit der Züge begründet lag, sondern in einer Aura des Exotischen, die sie umgab.

»Hallo«, sagte sie. »Ich war schon so darauf gespannt, euch kennen zu lernen. Tom hat mir viel von euch erzählt!«

»Bitte glauben Sie kein Wort von dem, was er sagt«, meinte Polly mit einem Seitenblick auf ihren Mann; mit einem Mal fühlte sie sich unsicher. Was findet so ein junges Mädchen an Tom, überlegte sie. Und dann fragte sie sich: Was mag er ihr bloß über uns erzählt haben?

Rory, der lautlos aus dem Esszimmer herbeigekommen war, zeigte sich plötzlich von seiner höflichsten und liebenswürdigsten Seite; er führte den Gast ins Wohnzimmer, wo Jason den Fernseher abgestellt hatte und nun den Versuch unternahm, sich möglichst unauffällig aus dem Staub zu machen.

»Das ist unser jüngerer Sohn Jason«, sagte Polly. Jason schüttelte Michelle die Hand, murmelte, er müsse noch einen Aufsatz fertigschreiben, und verließ verlegen den Raum.

Rory übernahm das Ausschenken der Getränke. Michelle entschied sich für ein Glas Weißwein. Polly fragte, wie es Tom ginge, was er mache, ob bei ihm alles in Ordnung sei. Michelle antwortete nicht sofort. »Es geht ihm gut ... Er ist sehr beschäftigt ...«

»Wir haben uns vor Jahren zerstritten«, erklärte Polly, die meinte, ihrem Gast müsse es merkwürdig erscheinen, derart ausgefragt zu werden. »Es war wirklich albern, aber nach einer Weile bekommt so etwas eine Eigendynamik – und dann erscheint es einem unabänderlich ...«

»Das passiert in solchen Situationen immer, wenn man nicht gleich etwas dagegen tut!«

Polly war sich bewusst, dass die junge Frau sie musterte. Bin ich zu dick?, fragte sie sich. Oder habe ich einen Schmutzfleck im Gesicht? Was hat Tom ihr erzählt? Dass wir nicht richtig verheiratet sind? Dass ich ein Spatz