Kapitel 1
Seit Lawrence und Holo von Ruvinheigen aufgebrochen waren, waren bereits sechs Tage ins Land gezogen. Mit jedem einzelnen davon war es kälter und kälter geworden, und da der Himmel bedauerlicherweise nicht aufklaren wollte, reichte der schwache Wind aus, um ihnen selbst zur Mittagszeit noch einen frostigen Schauer über den Rücken zu jagen.
Als sie ihren Weg entlang des Flusslaufes fortführten, verband sich die Kälte des reißenden Wassers mit der eisigen Luft und machte sie noch schneidender.
Sogar das Wasser des Flusses sah eisig aus. Es war dunstig, als ob der bewölkte Himmel selbst mit dem Fluss verschmolzen wäre.
Selbst in der gebrauchten Winterkleidung, die sie vor ihrem Aufbruch in Ruvinheigen erstanden hatten, war ihnen immer noch kalt.
Als Lawrence mit einer Mischung aus Verdruss und Nostalgie an die Zeiten zurückdachte, an denen er als junger Kaufmann zugunsten der Fracht auf kalte Kleidung hatte verzichten müssen, wurde ihm ein wenig wärmer ums Herz.
Sieben lange Jahre hatten anscheinend selbst aus einem Amateur wie ihm einen vorzeigbaren reisenden Händler gemacht.
Hinzu kam, dass es neben der warmen Kleidung in diesem Jahr noch etwas anderes gab, das die Kälte milderte.
Seit er sich mit achtzehn Jahren als Kaufmann selbstständig gemacht hatte, waren sechs Winter vergangen und der siebte rückte näher. Lawrence warf einen Blick neben sich auf jene Person, die neben ihm auf dem Kutschbock saß.
Bis vor Kurzem noch hatte weder links noch rechts von ihm eine andere Person gesessen.
Selbst wenn sich sein Weg von Zeit zu Zeit mit dem eines anderen Reisenden gekreuzt hatte, so hatte er doch allein vorne auf dem Kutschbock gesessen.
Dass er sich mit einem Begleiter dieselbe Lastenplane über die Knie gelegt hatte, um sich zu wärmen, war ihm bis jetzt noch nie untergekommen