: Karin Cudak, Magdalena Jäger, Iulius Rostas
: Ungleiche Teilhabe Bildungserfahrungen und Perspektiven von Romnja und Sintize in der Stadt Freiburg
: Springer VS
: 9783658482176
: Interkulturelle Studien
: 1
: CHF 48.80
:
: Bildungswesen
: German
: 268
: Wasserzeichen/DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF

Das Buch greift die Saunders’sche Idee derArrival Cities (Saunders 2012) auf, die Stadtgesellschaften und Städte wie Freiburg heute intensiv prägt. Sie basiert darauf, Menschen in Städten Möglichkeiten zum Ankommen zu bieten. Die Idee geht dabei weitüber konzeptionelleÜberlegung n an der Oberfläche der Städte i.S. eines Stadtmarketings oder eines‚inklusiven Anstrichs‘ der Stadt als diversitätsgeprägte Ankunftsstadt hinaus. Vielmehr geht es darum, Städte zu Lebensorten und -räumen für alle Bürger*innen zu machen– angefangen bei der Planung,über die Gestaltung bis hin zum urbanen Zusammenleben in allen Lebensbereichen. Dies betrifft die Schaffung von zugänglichem und bedarfsgerechtem Wohnraum, gleichberechtigtem Zugang zu gesundheitlicher Versorgung sowie zu inklusiver Bildung und Arbeit.

Das Buch bietet vor diesem Hintergrund fundierte Einblicke in die Teilhabesituationen, -ansprüche und -perspektiven von Romnja und Sintize mit Fokus auf ihre Bildungsteilhabe. Untersucht werden Bildungserfahrungen und Perspektiven von Frauen aus der Minderheit der Sinti und Roma in Freiburg im Breisgau, Deutschland. Dabei liegt ein besonderer Schwerpunkt auf der Situation von Frauen, die während ihrer (frühen) Kindheit oder als Jugendliche mit ihrer Familie nach Freiburg geflüchtet sind.

Auf Basis von qualitativen Interviewdaten werden in der Studie Bildungshindernisse, Unterstützungssysteme und Möglichkeiten zur Verbesserung der Teilhabe erforscht. Zu den wichtigsten Ergebnissen zählt die Analyse von strukturellen Barrieren, vielgestaltigen Diskriminierungserfahrungen sowie Unterstützungssystemen und Ressourcen, auf welche die Frauen in ihren Bildungsverläufen zurückgreifen. Daraus werden Handlungsbedarfe für eine teilhabe-orientierte und inklusive Stadtplanung und Organisationsentwicklung ermittelt.

Ziel ruppen:

  • S udierende und Lehrende (u.a. Soziale Arbeit, Sozialpädagogik, Pädagogik und Erziehungswissenschaft, Soziologie)
  • Päda ogische Fachkräfte (u.a. der Schulsozialarbeit, Soziale Arbeit, Beratung, Schule und Bildung)
  • Verwaltungsm tarbeiter*innen der Kommunen, Kreise und der Bildung
  • Politische und zivilgesellschaftliche Akteur*innen


Geleitwort Ulrich von Kirchbach, Stadt Freiburg7
Geleitwort Daniel Strauß, VDSR-BW9
Geleitwort Christoph Leucht, Hildegard-Lagrenne-Stiftung11
Danksagung14
Zusammenfassung der Studie15
Inhaltsverzeichnis19
Über die Autoren22
1 Lebenssituationen von Romnja und Sintize in der diversitätsgeprägten Stadtgesellschaft24
1.1 Städte sind Diversität24
1.2 Umgang mit gesellschaftlicher Diversität27
1.3 Sinti* und Roma* als Teil der europäischen Stadtgesellschaft31
1.4 Sichtbarkeit der Perspektiven von Sintize und Romnja38
1.5 Begriffsverwendungen und Sichtweisen der Autor*innen der Studie41
1.6 Studienanlass44
2 Teilhabe in der Bildung48
2.1 Theoretischer Rahmen48
2.2 Ungleiche Bildungsteilhabe51
2.3 Barrieren für Bildung56
2.4 Ressourcen für Bildung59
2.5 Merkmale und Strukturen des Bildungssystems – am Beispiel von Freiburg i. Br.64
3 Gesellschaftspolitische Kontexte88
3.1 Gesellschaftliche Transformationen, Flucht 88
8988
3.2 Innere Logik, Merkmale und Strukturen des Rassismus gegen Sinti* und Roma*91
3.3 Staatsbürgerschaft, Asyl und Aufenthalt98
3.4 Vergeschlechtlichte und rassifizierte Sorgearbeit103
3.5 Sichtbarkeit, Repräsentation 103
107103
4 Studiendurchführung – Auswahl der Interviewpartnerinnen und methodisches Vorgehen111
4.1 Qualitative Forschung und Partizipation113
4.2 Forschungsteam und Interviewerinnen114
4.3 Auswahl der Interviewpartnerinnen und Durchführung der Interviews116
4.4 Datenauswertung und Reflexion des methodischen Vorgehens118
5 Analyseergebnisse I: Erfahrungen, Bedarfe und Perspektiven der interviewten Frauen zwischen unsicherem Aufenthalt, Sorgearbeit und dem Bedürfnis nach beruflichem Fortkommen122
5.1 Strukturelle Rahmenbedingungen und Lebensrealitäten der interviewten Frauen mit Blick auf ihre Bildungsteilhabe123
5.2 Zwischenmenschliche Begegnungen auf dem Bildungsweg: Zwischen Ausgrenzungserfahrungen und erlebter Unterstützung139
5.3 Ressourcen und Stärken der interviewten Frauen166
6 Analyseergebnisse II: Ausgewählte Bildungssituationen und -verläufe der interviewten Frauen185
6.1 Aleyna Asanovic „Jetzt ist das so, dass ich warte, dass mein Sohn in den Kindergarten geht und meine Tochter in die Schule und ich würde so, so liebend gerne wieder versuchen, dass ich was in Richtung soziale Arbeit mache.“186
6.2 Benita Berisha „Was ich genau machen werde, weiß ich jetzt noch nicht, aber. Ja. Ich würde mich auch freuen, wenn ich auch bald in Arbeit gehe.“195
6.3 Ceylan Cerimovic „Man braucht dafür Schule und Können und daher habe ich gesagt: ‚Ich lasse das mal.‘ Aber vielleicht wird es was. […] Also ich gebe es noch nicht auf. Alles.“202
6.4 Emily Ernst „Ich bin eigentlich von Haus aus schon eher so ein selbständiger Mensch und wenn ich etwas nicht weiß, dann gucke ich immer nach oder ja, hole mir irgendwie Hilfe“209
6.5 Ferida Ferhatovic „Deswegen wäre es gut, wenn man immer jemanden hat […], dass jemand zu mir sagt: ‚Hallo, du musst das fertig machen. Wir schaffen das oder du schaffst das.‘ Das ist so schön, wenn [man] jemanden hinter sich hat, ja.“223
6.6 Helene Hartmann „Ich bin die, die negative Erfahrungen gemacht hat, aber auch positive und dadurch stehe ich jetzt da, wo ich jetzt heute stehe, weil ich mich da so durchgeboxt habe.“230
7 Fazit und Ausblick243
8 Handlungsempfehlungen – Umfassende Teilhabe von Romnja und Sintize durch diversitätssensible und zugängliche Bildungseinrichtungen und berufliche Perspektiven250
8.1 Empfehlungen zur Stärkung von Mädchen und Frauen251
8.2 Empfehlungen für die Bildungsverwaltung und Bildungseinrichtungen253
8.3 Empfehlungen für kommunale Einrichtungen und Akteur*innen256
8.4 Zusammenfassung der Empfehlungen258
Literatur262