Nach dem Schuss ging alles sehr schnell. Sepp rief: »Kimm, Iro!«, nahm seine Büchse, den leeren Rucksack und marschierte los. Fabio musste den vollen, schweren Rucksack und die Lodenmäntel aufnehmen. Sepp und Iro waren schon Hunderte Meter voraus, als Fabio ihnen schwer bepackt folgte. Sie nahmen den direkten Weg. Zunächst steil hinunter, quer durch einen Bach, der in der Furche des Taleinschnitts zu Tal stürzte, und dann steil bergan, über felsiges Gelände. Luftlinie und somit Schussdistanz waren es rund 300 Meter gewesen. »Ein toller Schuss«, hatte Fabio gedacht. Aber das Bergen der Gams war dann in diesem schwierigen Gelände eine komplizierte Aufgabe. Zumindest für Fabio, der es nicht gewohnt war, sich wie Sepp schnell und behände im Gebirge zu bewegen. Sepp und sein Hund Iro hatten die Gams bereits erreicht, als Fabio, bepackt wie ein Lastesel, die steil aufragende Wand hinaufkletterte. Kurz vorher war er im Wildbach ausgerutscht und bis zu den Oberschenkeln ins kalte Wasser getaucht. Bei der Gams angekommen, glaubte er ein kleines Grinsen in Sepps Gesicht zu bemerken.
»Gamsjagen ist schon anstrengend«, meinte er trocken. »Aber wir haben heute Glück. Das Tier ist uns nicht abgestürzt. Das hätte dann schon arg Arbeit gegeben.« Er blickte den Abhang hinunter.
Jetzt erst wurde Fabio bewusst, dass sie sich auf einem kleinen Plateau befanden, das sich wie ein Bal