: Ralph Neubauer
: Liebe macht zornesblind Südtirolkrimi Band 2
: Athesia-Tappeiner Verlag
: 9788868391935
: Südtirolkrimi
: 6
: CHF 8.80
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 352
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Geheimnisvolle Leichenfunde in der Bergwelt Südtirols geben Rätsel auf. In Bozens Questura werden neue Akzente gesetzt, die Commissario Fabio Fameo nicht gefallen können. Er gerät in Gefahr. »Ötzi 2« nennt eine Zeitung die Leiche, die in der Nähe des eisigen Fundortes der echten Gletschermumie gefunden wurde. Geben die Berge durch die Auswirkungen des Klimawandels noch mehr Urzeit-Leichen frei? Der Kleidung nach zu urteilen, könnte der aktuell Ermordete ein Zeitgenosse von Ötzi sein. Bald wird klar, dass der Tote kein archäologischer Fund ist. Nicht weit von diesem Fundort entdecken Fabio und Tommaso eine weitere Leiche - übel zugerichtet. Sicher kein natürlicher Tod. Was geschieht dort in den Bergen? Gibt es noch andere Opfer? Der Krimi führt die Leser in das einsame Pfossental, einem Seitental des Schnalstals, spielt aber auch in Bozen, Brixen, Naturns und im Dorf Tisens.

Ralph Neubauer, 1960 in Düsseldorf geboren, lebt seit 1987 in Haan im Rheinland. Er ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. Vor seiner Pensionierung war er vier Jahre bei Amtsgerichten und 36 Jahre im Justizministerium in Düsseldorf in verschiedenen Positionen tätig. Seit 2010 schreibt er für den Athesia-Tappeiner Verlag die erfolgreiche Reihe Südtirolkrimi, mit der er sich an Geschichte, Tradition, Brauchtum, Lebens- und Denkweise in Südtirol herantastet.

Eins


Nach dem Schuss ging alles sehr schnell. Sepp rief: »Kimm, Iro!«, nahm seine Büchse, den leeren Rucksack und marschierte los. Fabio musste den vollen, schweren Rucksack und die Lodenmäntel aufnehmen. Sepp und Iro waren schon Hunderte Meter voraus, als Fabio ihnen schwer bepackt folgte. Sie nahmen den direkten Weg. Zunächst steil hinunter, quer durch einen Bach, der in der Furche des Taleinschnitts zu Tal stürzte, und dann steil bergan, über felsiges Gelände. Luftlinie und somit Schussdistanz waren es rund 300 Meter gewesen. »Ein toller Schuss«, hatte Fabio gedacht. Aber das Bergen der Gams war dann in diesem schwierigen Gelände eine komplizierte Aufgabe. Zumindest für Fabio, der es nicht gewohnt war, sich wie Sepp schnell und behände im Gebirge zu bewegen. Sepp und sein Hund Iro hatten die Gams bereits erreicht, als Fabio, bepackt wie ein Lastesel, die steil aufragende Wand hinaufkletterte. Kurz vorher war er im Wildbach ausgerutscht und bis zu den Oberschenkeln ins kalte Wasser getaucht. Bei der Gams angekommen, glaubte er ein kleines Grinsen in Sepps Gesicht zu bemerken.

»Gamsjagen ist schon anstrengend«, meinte er trocken. »Aber wir haben heute Glück. Das Tier ist uns nicht abgestürzt. Das hätte dann schon arg Arbeit gegeben.« Er blickte den Abhang hinunter.

Jetzt erst wurde Fabio bewusst, dass sie sich auf einem kleinen Plateau befanden, das sich wie ein Bal