: Günter Kampf
: Schatten der Gerechtigkeit
: Books on Demand
: 9783819217449
: 1
: CHF 8.70
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 368
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
November 2029: Eine neue Pandemie durch ein Grippevirus bedroht die Welt. Die WHO erwägt den internationalen Gesundheitsnotstand und könnte eine Impfplicht verhängen. Behörden und Widerstand bereiten sich auf alle Szenarien vor. Als der Bundestag die Impfpflicht beschließt, beginnt ein Wettlauf zwischen ihrer Umsetzung und einer juristischen Anfechtung. Zum ersten Mal wird die sektorale Impfpflicht gegen COVID von 2022 vor dem Bundesverfassungsgericht kurzfristig geprüft. Vertreter der Behörden müssen sich für ihre damaligen Entscheidungen rechtfertigen: War die Impfung geeignet, erforderlich und angemessen, um die Pandemie zu begrenzen? Die Skepsis gegenüber dem neuen Impfstoff ist groß in der Bevölkerung. Ein spektakulärer Datenraub deckt brisante Informationen zu seiner Verträglichkeit auf. Derweil häufen sich in den Kliniken junge Patienten mit von Herzmuskelentzündungen und Schlaganfällen - könnte der neue Impfstoff die Ursache sein? Die Anhörung wird live übertragen und zieht Hunderttausende auf die Straßen und Plätze. Zwei Richter müssen aufgrund von Befangenheit ausscheiden, während neue Zeugen auftauchen. Schließlich fällt die Entscheidung zu der entscheidenden Frage: Dürfen die WHO und der Gesetzgeber eine potenziell tödliche Grippe-Impfung für die Bevölkerung anordnen? Ein fesselnder Thriller, der die Leser in eine Welt voller Intrigen, wissenschaftlicher Entdeckungen und menschlicher Schicksale entführt.

Günter Kampf ist Buchautor, selbstständiger Facharzt für Hygiene und Umweltmedizin in Hamburg sowie außerplanmäßiger Professor für Hygiene und Umweltmedizin an der Universität Greifswald. Er hat mehr als 250 wissenschaftliche Veröffentlichungen in meist internationalen Fachzeitschriften, 44 Buchkapitel sowie 15 Fachbücher veröffentlicht. Das vorliegende Buch ist sein erster Thriller.

Nadine


10. Dezember 2029

Das Licht im Badezimmer war gedämpft, als Nadine eintrat. Ein Gefühl der Müdigkeit umgab sie, während sie sich aufraffte, um sich die Zähne zu putzen und den Tag hinter sich zu lassen. Es war erst 20 Uhr, doch das Zubereiten ihrer Mini-Tiefkühlpizza hatte sie mehr Kraft gekostet, als sie erwartet hatte. Die Schmerzen in ihren Gliedern ließen sie kaum noch sitzen. Trotz der schweren Krankheit, die sie seit einigen Jahren begleitete, war es ihr ein Bedürfnis, die Pflege ihrer Zähne nicht zu vernachlässigen. Oft kam ihr der Gedanke: Wenn der Rest des Körpers schon immer schwächer wird, sollen wenigstens die Zähne im bestmöglichen Zustand bleiben.

Der Gedanke an den Tag, an dem sich ihr bis dahin sorgenfreies Leben radikal ändern sollte, schlich sich auch heute in ihr Gedächtnis. Es war während der COVID-19-Pandemie. Am 5. Januar 2021 wurde das große Impfzentrum in Hamburg eröffnet, jedoch wurden zur Impfung zunächst nur Risikogruppen eingeladen, vor allem ältere und besonders gefährdete Menschen. Nadine hatte ihren ersten Impftermin am 8. April 2021, als 22-Jährige ohne Vorerkrankungen musste sie einige Wochen warten. Drei Wochen später folgte die zweite Injektion. Sie war eine von mehr als 600.000 Menschen, die sich in den Messehallen von Hamburg impfen ließen. Der gesamte Ablauf glich einer Massenabfertigung. Die Einverständniserklärung, die sie im Vorfeld per E-Mail erhalten hatte, sollte sie unterschrieben zum Termin mitbringen. Schlichte Trennwände verwandelten die Halle in ein Labyrinth aus Kabinen.

Der Ablauf war monoton, fast wie ein unheilvolles Ritual. Man meldete sich an, gab die unterschriebene Einverständniserklärung und den Impfpass ab und wurde dann in eine der Kabinen geleitet. Nach kurzer Zeit erschien der Impfarzt. Nadine konnte seine Gesichtszüge kaum erkennen, die Maske verdeckte fast das gesamte Gesicht. N