Ein verrückter Plan entsteht
Die Augustsonne meinte es in diesen Wochen wirklich gut. Vom frühen Morgen bis in den Abend hinein strahlendblauer Himmel über München. Und in dieses wunderschöne Abendrot hinein schwebte die Boeing 747 der Lufthansa mit einer Linkskurve auf die Einflugschneise des Flughafens München ein.
Chefpilot Andreas Thaler und sein Co-Pilot Steffen Urban waren ein eingespieltes Team und hatten schon viele tausend Flugmeilen zusammen bewältigt. Und so war im Laufe der Jahre eine Freundschaft zwischen beiden entstanden. Thaler sah zur Seite.
„Du, ich habe diese Woche ein Buch in die Hände bekommen, das lohnt sich zu lesen.“ Der 45-Jährige mit den kurzgeschnittenen graumelierten Haaren kontrollierte noch einmal die Seitenruder. Und mit Blick auf die Instrumente meinte er plötzlich zu seinem Co-Pilot Steffen Urban:
„Ich habe in einem alten Buch aus dem Jahre 1948 über einen französischen Forscher Henry Duping gelesen, der in Guyana nach einem alten Flugzeug gesucht hatte, welches 1942 im Dschungel abgestürzt war. Diese zweimotorige Maschine hatte den beiden Brüdern Windhorst aus Seattle gehört, die im nahen Brasilien nach Diamanten gesucht und offenbar auch welche gefunden hatten. Aber auf dem Rückflug war ihre Maschine während eines Gewitters über dem Regenwald von Guyana abgestürzt. Und niemand hat je wieder etwas von ihnen und ihrer brisanten Fracht gehört oder gelesen.“ Steffen Urban lachte.
„Was denn für ein Buch? Du weißt, ich bin kein großer Leser.“ Er schaltete die Automatik aus und manövrierte die 333,4 Tonnen der Boeing 747 nun eigenhändig in Richtung Landebahn.
„Willst du jetzt deswegen da unten Urlaub machen?“ Der schmächtige 1,80 Mann schüttelte den Kopf. „Du hast vielleicht Ideen,