: Oliver S. Hansert
: Restlos bedient Bei solchen Verwandten braucht es wahrlich keine Feinde mehr
: Books on Demand
: 9783819238970
: 2
: CHF 8.00
:
: Humor, Satire, Kabarett
: German
: 302
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Restlos bedient - Sommerferien zum Davonlaufen (wenn man denn dürfte) Ein urkomischer Familienroman von Oliver S. Hansert Volker ist zwölf. Also fast dreizehn. Und wie jeder normal gepolte Teenager mit WLAN, Netflix und tiefem inneren Ruhebedürfnis wünscht er sich für die Sommerferien genau eines: absolute Reizarmut. Zwei Wochen Nichtstun. Chillen. Dösen. Vielleicht mal ein Eis, vielleicht mal ein bisschen zocken - aber auf keinen Fall Stress. Mit niemandem. Und dann kommt alles ganz anders. Statt Frieden, Freiheit und Liegestuhl erwartet ihn ein Zwangsaufenthalt bei den Großeltern in Norddeutschland. Was dem jungen Volker als »abwechslungsreicher Familienurlaub« verkauft wurde, entpuppt sich als eine Art Survival-Camp für Fortgeschrittene. - Oma Hannelore ist eine neugierige Rentner-Version von Miss Marple mit Hang zur Überwachung. - Opa Erwin ist nicht nur streitsüchtig, sondern bildet sich ein, die Welt hätte sich gegen ihn verschworen und er müsse sich deshalb ständig gegenüber anderen durchsetzen. - Onkel Franz ist ein witziger Zeitgenosse, der jedoch Komplexe bekommt, wenn er ausnahmsweise mal nicht im Rampenlicht steht. - Volkers Patentante Lisa ist eine wandelnde Klatschspalte im Dauerbetrieb. Für sie geht die Welt unter, wenn etwas im Dorf passiert, von dem sie als Letzte erfährt. - Und Patenonkel Dieter ist der lebende Beweis, dass man sich mit 42 Jahren durchaus auch wohlfühlen kann im Hotel Mama - und mit einer Steinzeit-Mentalität andere Familienmitglieder nachhaltig traumatisieren kann. Und das sagt der Autor selbst über sein Buch... »Die Figuren in meinem Buch sind frei erfunden - die Geschichten, die sie erleben, jedoch keineswegs. RESTLOS BEDIENT ist ein Kaleidoskop realer Begebenheiten, die mir im Laufe von 25 Jahren im Umfeld von Familie, Freunden und Bekannten widerfahren sind. Um die Erzählung kompakt und zugänglich zu gestalten, habe ich zahlreiche reale Personen zu wenigen Romanfiguren verdichtet und die tatsächlichen Erlebnisse auf einen fiktiven Zeitraum von zwei Wochen konzentriert. Dadurch mag manches überzeichnet oder unglaubwürdig wirken - doch tatsächlich liegt jeder Episode ein wahrer Kern zugrunde. Und, so unglaublich es klingen mag: Einige der absurdesten Ereignisse habe ich bewusst weggelassen. Nicht aus Rücksicht auf die Dramaturgie, sondern aus Respekt vor den Menschen, die sich darin möglicherweise wiedererkennen könnten. Mein Ziel war es nie, jemanden zu verletzen, sondern mit einem Augenzwinkern zu erzählen.«

Oliver S. Hansert ist ein vielseitiger Künstler, dessen kreatives Wirken sich über verschiedene Medien erstreckt. Seit 2014 kennt man ihn als VLADRUMETZ in der Musikszene. Hardcore-Cineasten haben sicherlich schon von ihm"gehört", nämlich als Filmkomponist im Genre"Horror". Neben seinem musikalischen Schaffen ist Oliver S. Hansert zudem regelmäßig als Crossover-Autor aktiv. So hat er bereits zahlreiche Beiträge für Fachzeitschriften publiziert und ist zudem Autor von TV-Drehbüchern und szenischen Theaterstücken. Sein aktuelles Buch RESTLOS BEDIENT aus dem Jahr 2025 basiert auf wahren Begebenheiten und ist unterhaltsames Kopfkino mit viel Witz, Humor und dennoch reichlich Tiefgang. Einige Leserstimmen zu RESTLOS BEDIENT... Ein echtes Lesevergnügen! Der Autor versteht es meisterhaft, nahezu jeden Satz mit einem humorvollen Twist zu versehen - und trotzdem berührt die Geschichte mit Tiefe und erzählerischer Kraft. ***************************** ***************************** ******* Die Balance aus feinem Witz und berührendem Ernst gelingt hier auf höchstem Niveau. Schon nach wenigen Seiten spürt man: Dieser Autor hat ein außergewöhnliches Talent, Geschichten auf einzigartige Weise zum Leben zu erwecken. ***************************** ***************************** ******* Höchst unterhaltsames Kopfkino! Oliver S. Hansert schreibt Geschichten mit Popcornfaktor: witzig, berührend, überraschend. Die Balance zwischen Unterhaltung und Tiefe gelingt ihm dabei mit einer Leichtigkeit, die man nur selten findet - und die jede Seite zu einem echten Vergnügen macht.

MENSCH ÄRGERE DICH NICHT


Am nächsten Morgen sitze ich mit Onkel Dieter, Oma Hannelore und mit Opa Erwin am Frühstückstisch. Der Ablauf ist noch genauso wie früher. Dieter übertrifft sich mal wieder selbst. Anstatt zu sagen: „Liebe Hannelore, wärst du bitte so freundlich und reichst mir mal eben den Brotkorb!“, sagt Dieter kurz und knapp „Brot!“. Und ganz selbstverständlich reicht ihm Hannelore den Brotkorb rüber. Und anstatt zu sagen: „Entschuldige bitte, liebe Mutter. Ich glaube du hast vergessen, mir für das Frühstücksei noch einen kleinen Teelöffel an meinen Frühstücksplatz zu legen“, brummelt Dieter ganz schroff und übellaunig „Löffel!!“ und deutet auf sein Frühstücksei. Hannelore springt sofort auf und entschuldigt sich: „Ach herrje,den hatte ich vergessen dir hinzulegen. Das tut mir furchtbar leid. Ich hole dir mal eben einen aus der Schublade.“

Die Gespräche zwischen Oma und Opa haben sich in den letzten Jahren exakt null verändert. Es ist ein immer gleiches, warmes Bühnenstück, das in diesem Haus seit Jahrzehnten täglich aufgeführt wird – mit wechselnden Requisiten, aber identischem Textbuch. Heute Morgen:

Oma: „Und, was machst du heute?“

Opa: „Ach, ich denke, ich werde dem Friedrich bei der Kartoffelernte helfen.“

Oma: „Ach so. Aber um zwölf gibt’s Essen. Da bist du bitte wieder zurück, ja?“

Opa: „Jawohl, um zwölf bin ich wieder da.“

Jawohl.

Wie ein Soldat, der weiß, dass Befehle befolgt werden müssen, vor allem wenn sie in Form von Klößen auf dem Tisch stehen. Es ist ein Dialog, der so sicher zur Tagesstruktur gehört wie der Wetterbericht in der Tagesschau oder das laute Fluchen, wenn die Fernbedienung mal wieder „nicht geht“.

Um Punkt zwölf Uhr wird bei Oma und Opa gegessen. Punkt.

Zwölf. Uhr.

Nicht fünf nach, nicht kurz vor. Wenn die Dorfkapelle läutet, ist das für andere ein nettes Glockenspiel – hier ist es der Startschuss zur Nahrungsaufnahme.

Es könnte draußen ein Meteorit einschlagen – egal, die Suppe wird pünktlich serviert.

Heute ist keine Ausnahme. Ich sitze am Tisch, die Suppe dampft, der Löffel klappert sanft am Tellerrand, doch bevor ich auch nur daran denke, ein Stück Karotte in Angriff zu nehmen, erhebt sich Oma mit feierlicher Miene zum Tischgebet.

Oma und Opa sind erzkatholisch.

Also nicht so „Weihnachten-und-Ostern“-katholisch wie der Rest der Menschheit, sondern so richtig katholisch. Beten vorm Essen, vorm Schlafen, vorm Wetterumschwung. Wenn irgendwo ein Schnitzel serviert wird, ist erstmal Jesus eingeladen.

Ich senke also den Kopf. Aus Respekt. Oder aus Müdigkeit. Und weil ich weiß: Suppe gibt’s hier erst nach dem Ave Maria.

Während des Essens herrscht dann – ganz klar – Ruhe am Tisch.

Ein heiliger Moment.

Nur zwei Dinge sind ausdrücklich erlaubt: Omas Schmatzen.

Und ihr gelegentliches, tief befriedigtes Rülpsen nach der dritten Gabel Kartoffelstampf.

Das ist dann ihr persönliches Amen.

Nach der Suppe stellt mir Oma einen neuen Teller vor die Nase.

Also, neu ist dabei eher relativ zu verstehen. Der Teller ist neu im Sinne von:"Jetzt an der Reihe" – nicht neu im Sinne von porentief rein.

Ich blicke auf die Oberfläche – und erkenne die kulinarischen Schatten vergangener Tage. Eine winzige Bratwurstspitze, ein vertrockneter Klecks Püree, irgendwo